Death Dealer 3

Kur, der geheimnisvolle Death Dealer, kehrt aus der Hölle zurück, um mit seinen Gefährten in die finale Schlacht gegen das Böse zu ziehen – rückt dabei jedoch zunehmend in den Hintergrund seiner eigenen Geschichte.
Episches Finale mit schweren Erwartungen
Mit Frank Frazetta’s Death Dealer 3 erreicht die düstere Fantasy-Reihe ihren großen Höhepunkt zumindest dem Anspruch nach. Die Vorlage könnte kaum imposanter sein: Frazettas ikonisches Gemälde, ein Krieger wie aus einem Albtraum, dazu eine Geschichte über apokalyptische Reiter, letzte Schlachten und das Schicksal ganzer Welten. Autor Mark McCann und die Künstler Axel Medellin und Luis Delgado treten also mit einer gewaltigen Aufgabe an: ein bombastisches Finale zu liefern, das der visuellen Wucht und dem Mythos des Death Dealers gerecht wird.
Krieg bis zum letzten Atemzug
Die Geschichte setzt nach Kurs Rückkehr aus der Hölle an. Der geheimnisvolle Krieger, der niemals seinen Helm abnimmt, zieht mit seinen Gefährten in die finale Auseinandersetzung gegen die Mächte der Finsternis. Es geht um nichts weniger als das endgültige Ende der apokalyptischen Bedrohung. Die Handlung ist dabei klar auf Eskalation ausgelegt: große Schlachten, viel Pathos und ein stetiges Gefühl, dass jetzt wirklich alles auf dem Spiel steht. Gerade aber auch der Nordmann hat mir hier richtig gut gefallen und passt perfekt ins Bild, gerade Seite Geschichte am Anfang hat mich ein klein wenig aus der Bahn geworfen, aber seine Eingührung hier ist komplett stimmig.
Kur im Schatten seiner eigenen Legende
Überraschend und für manche vielleicht auch etwas enttäuschend rückt Kur selbst zunehmend in den Hintergrund. Statt als unangefochtener Mittelpunkt fungiert der Death Dealer eher als Symbolfigur, während andere Charaktere mehr Raum erhalten. Das kann erzählerisch interessant sein, schwächt aber gleichzeitig die emotionale Bindung zu der Figur, wegen der viele überhaupt zur Reihe greifen.
Figurenvielfalt statt Fokus
Der Cast ist groß, die Perspektiven wechseln häufig, und die Handlung verteilt sich auf mehrere Handlungsstränge. Das sorgt zwar für epische Breite, lässt die Geschichte aber stellenweise etwas zerfasert wirken. Manche Figuren bekommen mehr Aufmerksamkeit, als man erwartet hätte, während zentrale Momente rund um Kur überraschend knapp ausfallen.
Bildgewalt ganz im Geiste Frazettas
Visuell liefert der Band jedoch genau das, was man sich erhofft. Axel Medellins Zeichnungen sind dynamisch, rau und voller Energie. Die Kämpfe wirken wuchtig, die Kreaturen bedrohlich und die Landschaften erinnern immer wieder an die klassische Sword-&-Sorcery-Ästhetik, für die Frazetta berühmt ist.
Farben, Atmosphäre und düstere Fantasy
Luis Delgados Kolorierung verstärkt die Wirkung zusätzlich. Dunkle, erdige Töne dominieren, durchbrochen von glühenden Effekten bei Magie und Schlachten. Dadurch entsteht eine konsequent düstere, fast apokalyptische Stimmung, die hervorragend zum Ton der Geschichte passt.
Tempo zwischen Spektakel und Überfrachtung
Das Pacing ist insgesamt hoch manchmal vielleicht sogar zu hoch. Große Ereignisse folgen Schlag auf Schlag, ohne dass einzelne Momente genug Raum zum Nachwirken bekommen. Besonders im letzten Drittel hätte man sich an einigen Stellen etwas mehr Ruhe oder emotionalen Aufbau gewünscht.
Bonus-Geschichte als lockerer Zusatz
Ein nettes Extra ist die Bonus-Story von Rob Bou-Saab. Sie fällt tonal etwas anders aus und wirkt wie ein kleiner Blick hinter die Kulissen der Welt oder ein kreativer Nachklang. Kein essenzieller Bestandteil der Hauptgeschichte, aber eine angenehme Ergänzung für Fans.
Für wen sich der Band lohnt
Death Dealer 3 richtet sich vor allem an Leser, die epische Dark-Fantasy und große Schlachten lieben – und natürlich an Fans von Frank Frazettas Kunst. Wer eine stark charaktergetriebene Geschichte mit klarem Fokus auf den Titelhelden erwartet, könnte hingegen gemischte Gefühle haben.
Fazit
Als Abschlussband bietet Frank Frazetta’s Death Dealer 3 vor allem eines: großes, düsteres Fantasy-Spektakel. Die Welt wirkt bedrohlich und weitläufig, die Kämpfe sind wuchtig inszeniert und die visuelle Präsentation trägt die Geschichte über viele ihrer erzählerischen Schwächen hinweg.
Gleichzeitig bleibt ein kleiner Wermutstropfen, denn ausgerechnet Kur, die Titelfigur, steht weniger im Mittelpunkt als erwartet. Dadurch verliert das Finale etwas von der persönlichen Wucht, die man sich von einer solchen Legende erhofft hätte.
Stärken zeigt der Band eindeutig in seiner Atmosphäre. Die düsteren Farben, die raue Bildsprache und die kompromisslose Fantasy-Ästhetik transportieren genau das Gefühl, das man mit dem Namen Frazetta verbindet. Erzählerisch wirkt das Finale stellenweise überladen und etwas gehetzt. Viele Figuren, viele Ereignisse aber nicht immer genug Raum, damit alles wirklich emotional zündet oder lange nachhallt und dennoch liefert der Band einfach starke Unterhaltung ab. Unterm Strich ist Death Dealer 3 ein visuell beeindruckender, stimmungsvoller Abschluss. Wer wegen der Atmosphäre und der Kunst zugreift, wird zufrieden sein – wer vor allem den Mythos des Death Dealers selbst im Zentrum sehen möchte, könnte sich ein etwas fokussierteres Finale wünschen. Ich muss sagen, insgesamt funktioniert der abschließende Band gut und hat mich persönlich sehr abgeholt.
Vielen Dank an Cross Cult für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars.
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