Iron Man 1

Tony Stark kehrt wieder stärker in seine Rolle als Erfinder und Iron Man zurück und sucht nach einem neuen Genie, das ihm bei seinen Projekten helfen kann. Gleichzeitig verfolgt seine ehemalige Geliebte und Gegenspielerin Madame Masque einen eigenen Plan: Gemeinsam mit A.I.M. will sie eine kontrollierbare Version von Tony Stark erschaffen.

Ein neuer Start für Tony Stark

Mit diesem ersten Band bekommt Iron Man einen Neustart, der sich angenehm zugänglich präsentiert. Man muss nicht unbedingt jede vergangene Geschichte rund um Tony Stark kennen, um in die Handlung hineinzukommen. Williamson nimmt die bekannten Eigenschaften des Charakters und baut daraus eine neue Geschichte, die gleichzeitig vertraut und frisch wirkt.

Tony Stark bleibt Tony Stark

Tony ist weiterhin der selbstbewusste, reiche und manchmal ziemlich arrogante Erfinder, den man kennt. Gleichzeitig wird deutlich, dass hinter der großen Klappe auch jemand steckt, der sich seiner Verantwortung bewusst ist. Genau diese Mischung macht den Charakter seit Jahren interessant und funktioniert auch hier wieder hervorragend.

Madame Masque sorgt für Ärger

Mit Madame Masque bekommt Tony direkt eine Gegnerin vorgesetzt, die nicht einfach nur irgendeinen Bösewicht darstellt. Ihre Vergangenheit mit Tony macht den Konflikt persönlicher und gibt ihr einen ganz anderen Zugang zu seinen Schwächen. Dass sie ausgerechnet seine Ängste und Albträume kennt, macht ihren Plan zusätzlich unangenehm für den Titelhelden.

A.I.M. und die neue Bedrohung

Die Zusammenarbeit mit A.I.M. bringt außerdem den technischen Aspekt ins Spiel, der bei Iron Man natürlich nicht fehlen darf. Die Idee, einen eigenen kontrollierbaren Tony Stark zu erschaffen, passt hervorragend zum Charakter und zu seinem technologischen Umfeld. Gleichzeitig stellt sich die spannende Frage, was passiert, wenn jemand versucht, Tony Stark beziehungsweise Iron Man nachzubauen.

Alte Bekannte und neue Gesichter

Neben Tony und Madame Masque tauchen auch einige bekannte Figuren auf. Pepper Potts gehört weiterhin zu Tonys Umfeld, während unter anderem Melinda May und Steve Rogers eine Rolle spielen. Gleichzeitig werden mit Figuren wie Luna Lucia und Citizen V neue Charaktere eingeführt, die neugierig auf die kommenden Bände machen. 

Wenn Helden gegen Helden kämpfen

Besonders interessant ist natürlich, dass sich plötzlich Captain America und weitere Heldinnen und Helden gegen Tony stellen. Damit bekommt die Geschichte neben dem klassischen Kampf gegen einen Bösewicht eine zusätzliche Ebene. Warum stellen sich andere Helden gegen Iron Man? Und was hat Tony möglicherweise getan oder vor, das diesen Konflikt ausgelöst hat? Genau solche Fragen machen Lust auf die Fortsetzung.

Carmen Carneros Zeichnungen

Optisch macht der Band ebenfalls einiges her. Carmen Carneros Zeichnungen passen sehr gut zu Iron Man und schaffen sowohl dynamische Actionsequenzen als auch ruhigere Szenen mit den Figuren. Zusammen mit den Farben von Nolan Woodard entsteht ein moderner Marvel-Look, der besonders bei den Rüstungen und den technischen Elementen seine Stärken ausspielt. 

Vielversprechender Auftakt

Was mir an diesem ersten Band besonders gefällt, ist die Mischung aus klassischem Iron-Man-Flair und neuen Ideen. Tony bekommt eine persönliche Bedrohung, einen technologischen Gegner und gleichzeitig Ärger mit anderen Superhelden. Dadurch wirkt der Auftakt nicht wie eine reine Neuauflage bereits bekannter Geschichten.

Mein Gesamteindruck

Der neue Iron Man Band macht vieles richtig, was man sich von einem Neustart wünscht. Die Geschichte ist schnell zugänglich, bringt bekannte Figuren zurück und führt gleichzeitig neue Charaktere und Konflikte ein. Besonders die Idee eines künstlich erschaffenen Tony Stark sorgt dafür, dass man wissen möchte, wie sich die Geschichte weiterentwickelt. Joshua Williamson hat dabei offensichtlich Spaß daran, Tony Stark so zu schreiben, wie man ihn kennt: selbstbewusst, clever, gelegentlich arrogant und trotzdem mit einer gewissen Verantwortung gegenüber anderen. Madame Masque ist für mich ebenfalls eine gute Wahl als Gegenspielerin. Durch ihre persönliche Verbindung zu Tony bekommt der Konflikt eine andere Dynamik als bei einem beliebigen neuen Superschurken. Ein kleiner Nachteil ist allerdings, dass der Band natürlich sehr deutlich als Auftakt funktioniert. Viele Fragen werden bewusst noch nicht beantwortet und einige Handlungsstränge werden erst aufgebaut. Insgesamt ist Iron Man 1 ein unterhaltsamer und moderner Einstieg in die neue Serie. Mir gefällt besonders, dass Williamson nicht versucht, Tony Stark komplett neu zu erfinden. Stattdessen nimmt er die bekannten Eigenschaften der Figur und setzt sie in ein neues Umfeld. Carmen Carneros Zeichnungen tragen ebenfalls viel zum positiven Gesamteindruck bei. Die Action funktioniert, Iron Mans Rüstung sieht stark aus und auch die ruhigeren Szenen wirken überzeugend. Wer Iron Man mag oder einen neuen Einstieg in die Figur sucht, bekommt mit diesem ersten Band einen durchaus gelungenen Start.

Vielen Dank an Panini Comics für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars. 

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