Marvel Zombies Untot in New York

Eine neue Zombie-Seuche bedroht die Erde ausgerechnet Groot ist Patient Null und wird von infizierten Avengers attackiert. Nur Hulk hilft ihm, ein Heilmittel im Avengers Tower zu finden. 

Groot sagt nur: “Ich bin… hungrig?”

Marvel hat es wieder getan und zwar auf die herrlich morbide Art! Mit Marvel Zombies: Untot in New York tauchen wir erneut ein in eine Welt, in der Helden nicht nur für das Gute kämpfen, sondern gelegentlich auch nach Hirn gieren. In dieser eigenständigen Miniserie dreht sich alles um einen zombieverseuchten Big Apple, einen heldenhaften Hulk und einen völlig aus dem (Pflanzen-)Ruder laufenden Groot. Das Ergebnis ist ein blutiges, aber überraschend emotionales Spektakel, das einen packt und nicht mehr loslässt außer vielleicht ein paar Körperteile.

Groot als Patient Null, das hat keiner kommen sehen

Die Geschichte startet direkt mit einem Knall: Groot, der sympathischste Baum des Universums, wird infiziert und bildet damit den Auslöser einer neuen Zombie-Plage, zumindest ist er im Grunde nur erkältet. Was auf dem Papier völlig absurd klingt ein erkälteter Weltraumbaum? funktioniert erstaunlich gut. Der Comic schafft es, Groots tragische Wandlung nachvollziehbar zu machen, denn er ist einfach nur verzweifelt und nicht jeder Held verdreht ihn. Seine Beziehung zu Rocket, wenn auch nur kurz angedeutet, gibt dem Ganzen sogar eine emotionale Tiefe. Der Band braucht meiner Meinung nach kein Vorwissen, sondern kann direkt gesnackt werden. 

Der Hulk als letzter Hoffnungsschimmer

Wenn alles untergeht, bleibt nur noch einer übrig: der Hulk. Und was für einer! In dieser Version erleben wir Bruce Banner nicht nur als wütendes Monster, sondern auch als Wissenschaftler mit Herz und Hirn, wobei dass eher weniger zum Einsatz kommt. Sein Versuch, ein Heilmittel zu entwickeln, während er sich gegen eine Horde zombifizierter Avengers behaupten muss, ist ein netter Versuch der Geschichte. Der Hulk wird hier nicht als stumpfer Prügelriese dargestellt, sondern als tragischer Held, der sich seiner Verantwortung stellt, auch wenn alles um ihn herum in Stücke gerissen wird und er auch gar nicht weiß was ihn hier so erwartet. 

Avengers auf Zombie-Modus, makaber und spektakulär

Der Moment, in dem die infizierten Avengers auf den Plan treten, ist ein absolutes Highlight. Der Comic zitiert dabei liebevoll bekannte Szenen aus dem Marvel-Kanon, nur eben mit einem blutgetränkten Twist. Besonders der zombifizierte Captain America und eine komplett entstellte Black Widow bleiben hängen. Diese Version der Helden ist eine schaurige Karikatur ihrer selbst und genau das macht den Reiz aus. Ich muss sagen, der Band durchweg zu unterhalten. 

Visuell ein Fest für Genre-Fans

Zeichner Jason Muhr hat ganze Arbeit geleistet: Seine Panels sind dynamisch, brutal und voller liebevoller Details. Die Kämpfe sind wuchtig und brutal, ohne ins Chaos abzudriften. Besonders gelungen sind die Kontraste etwa wenn man das satte Grün von Hulk gegen das verrottete Fleisch der Zombies setzt. Farblich wird mit satten Rottönen und düsteren Grauschattierungen gearbeitet, was hervorragend zur postapokalyptischen Atmosphäre passt.

Kleine Schwächen im Pacing, aber verzeihlich

Nicht ganz perfekt ist das Erzähltempo. Einige Szenen wirken gehetzt, vor allem in der zweiten Hälfte, wenn der Fokus von Charakterentwicklung auf Zombie-Action umschwenkt. Ein paar Seiten mehr hätten der Story gutgetan, insbesondere um die Beziehung zwischen Hulk und Groot noch weiter auszuarbeiten. Dennoch gelingt es Autor Thomas Krajewski, eine in sich geschlossene Geschichte zu erzählen, die auch ohne Vorwissen funktioniert.

Ein gelungener Mix aus Horror und Herz

Was Untot in New York besonders macht, ist der gelungene Spagat zwischen Zombie-Schocker und emotionalem Drama. Die Beziehung zwischen Bruce Banner und seinen gefallenen Freunden wird glaubwürdig dargestellt, ebenso wie sein innerer Konflikt. Das Comic ist mehr als nur Zombie-Marvel zum Spaß, sondern enthält auch ernste Untertöne über Verantwortung, Verlust und die Angst vor sich selbst ganz besonders in Bezug auf Hulk.

Easter Eggs für Marvel-Kenner

Wer sich in der Marvel-Welt auskennt, wird seinen Spaß haben. Überall sind kleine Anspielungen auf frühere Ereignisse und alternative Universen versteckt. Vom zerstörten Sanctum Sanctorum über eine zombifizierte Iron-Man-Rüstung bis hin zu einem bizarren Cameo von Howard the Duck – hier wurde mit Liebe fürs Detail gearbeitet. Fans von Multiverse-Geschichten oder der ursprünglichen Marvel Zombies Reihe werden sich sofort heimisch fühlen.

Fazit: Untot gut, alles gut?

Marvel Zombies Untot in New York ist ein kurzweiliger, aber auch sehr lesenswerter Band. Die Mischung aus überzeichnetem Horror, tragischen Momenten und klassischer Marvel-Action ergibt ein unterhaltsames Gesamtbild, das sich angenehm von der Masse abhebt, schließlich gibt es ja auch nicht in jeden Comic Zombies. Besonders lobenswert ist der Fokus auf nur zwei Hauptfiguren: Hulk und Groot. Das verschafft der Geschichte eine Klarheit und Konzentration. Klar, das Comic ist nicht perfekt: Es hätte ein wenig mehr Tiefe in einigen Nebenhandlungen und ruhigere Passagen vertragen können. Auch sind nicht alle Gags oder Horror-Momente gleich stark. Aber das Gesamtpaket überzeugt durch seine originelle Prämisse und seine visuelle Gestaltung. Für die die Marvel Zombies-Reihe gelesen haben, ist diese neue Variante einen Blick wert, aber auch Neueinsteiger können zugreifen denn die Geschichte steht für sich und verlangt kein großes Vorwissen. Wer Lust hat, Helden mal von ihrer zerfallenden Seite zu sehen, wird hier bedient. Fazit vom Fazit: Untot in New York ist durchweg ein kurzweiliges, aber auch sehr unterhaltsames Werk, welches ich definitiv weiterempfehlen kann.

Vielen Dank an Panini Comics für Bereitstellung des Rezensionsexemplars. 

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