Batman City of Madness

Tief unter Gotham existiert ein zweites, albtraumhaftes Gotham, bevölkert von verzerrten Spiegelbildern der Oberwelt. Jahrzehntelang versiegelt, wird das Tor nun geöffnet – und die düstere Version des Dunklen Ritters entkommt.

Batman City of Madness: Lovecraft trifft Gotham in einer düsteren Albtraumvision

Batman-Geschichten gibt es in unzähligen Varianten düster, actionreich, tragisch oder sogar mystisch. Doch Batman City of Madness von Christian Ward geht noch einen Schritt weiter und verbindet das klassische Gotham mit den kosmischen Schrecken eines H. P. Lovecraft. Das Ergebnis? Ein visuell beeindruckender Horror-Trip, der Batmans ohnehin schon finstere Welt in eine noch bedrohlichere Dimension zieht.

Ein zweites Gotham, ein Albtraum wird Realität

Die Grundidee von City of Madness ist ebenso simpel wie faszinierend: Unter Gotham existiert eine zweite Stadt, eine verzerrte, monströse Spiegelwelt, die von den Ängsten und dem Hass der Oberwelt genährt wird. Jahrzehntelang war dieses dunkle Abbild versiegelt, doch nun bricht das Grauen aus. Und mit ihm eine Version von Batman, die nichts mehr mit dem Helden zu tun hat, den wir kennen.

Ward greift hier auf klassische Lovecraft-Elemente zurück: das Unbekannte, das Unfassbare, die unausweichliche Bedrohung aus einer fremden Dimension. Das macht die Story nicht nur zu einer klassischen Batman-Erzählung, sondern auch zu einem packenden Horror-Trip mit kosmischen Ausmaßen.

Der Horror von Gotham, Atmosphäre und Ton

Gotham war schon immer düster, aber City of Madness setzt noch einen drauf. Ward erschafft eine bedrückende, surreale Atmosphäre, in der selbst Batman sich verloren fühlt. Der Horror ist nicht nur visuell präsent, sondern auch thematisch tief verankert: Es geht um die dunklen Seiten der Stadt und ihrer Bewohner, um den Wahnsinn, der aus ihnen erwächst.

Das Unbehagen schleicht sich langsam ein, bevor es mit voller Wucht zuschlägt. Hier wirkt die Geschichte fast wie ein Albtraum verwirrend, bedrohlich und unberechenbar. Gerade das macht sie so intensiv.

Ein Batman, der sich selbst fürchten muss

Batman ist bekannt für seine Selbstdisziplin und sein eisernes Vertrauen in die eigene Moral. Doch was passiert, wenn er es mit einem verzerrten, wahnsinnigen Abbild seiner selbst zu tun bekommt? Sein Gegenstück aus der Unterwelt ist kein einfacher Gegner, sondern eine groteske Karikatur seiner selbst stärker, rücksichtsloser und ohne jegliche Hemmungen.

Dieses Konzept gibt Batman eine ganz neue Herausforderung: Kann er sich dem Horror stellen, ohne sich selbst darin zu verlieren? Diese Frage zieht sich durch die gesamte Geschichte und macht City of Madness auch psychologisch hochinteressant. Was ich hier aber auch klar sagen muss ist, dass ich da ein wenig mehr erwartet hatte und der Band relativ abrupt endet. 

Christian Wards einzigartiger Stil

Ward ist nicht nur für die Story verantwortlich, sondern auch für die Zeichnungen. Und das merkt man: Sein Stil ist absolut einzigartig. Die Panels sind nicht einfach nur düster, sondern wirken oft wie surrealistische Gemälde, die zwischen Realität und Wahnsinn schweben.

Besonders beeindruckend ist, wie Ward Farben einsetzt: Grelles Rot, düsteres Violett und tiefe Schatten erzeugen eine fast hypnotische Wirkung. Diese Optik passt perfekt zum Lovecraft-Horror und hebt sich von klassischen Batman-Comics deutlich ab.

Für wen ist City of Madness geeignet?

Dieser Comic ist nichts für Leser, die eine klassische Superhelden-Geschichte erwarten. Hier gibt es keine klaren Gut-gegen-Böse-Duelle, sondern eine verstörende Reise in den Wahnsinn. Wer sich darauf einlässt, wird aber mit einer der atmosphärisch dichten Batman-Story belohnt.

Fans von Lovecraft, Horror-Comics und düsteren, experimentellen Batman-Geschichten kommen hier voll auf ihre Kosten.

Ein einzigartiger Batman-Comic mit Horror-Atmosphäre

Batman City of Madness ist ein gutes Comic, Christian Ward erschafft eine surreale, furchteinflößende Welt. Die Story ist atmosphärisch dicht und voller philosophischer Fragen: Was passiert, wenn Gotham sich selbst verschlingt? Und kann Batman gegen ein Wesen bestehen, das seine tiefsten Ängste verkörpert? Diese Fragen sorgen für eine enorme Spannung, die bis zur letzten Seite anhält.

Was mir hier ebenfalls sehr gut gefallen hat ist, dass man den Rat der Eulen hier wieder einmal thematisch eingebaut hat, der zur grundlegenden Prämisse auch passt. 

Vor allem aber ist City of Madness ein Comic, der visuell absolut beeindruckt. Die Mischung aus expressionistischen Zeichnungen, surrealen Farbspielen und düsteren Schattenwelten macht das Werk zu einem einzigartigen Erlebnis. Allerdings ist dieser Comic nicht für jeden geeignet. Wer klassische Superhelden-Action erwartet, könnte von der Erzählweise enttäuscht sein. Doch wer sich auf den Lovecraft-Horror einlässt, wird mit einer spannenden Batman-Geschichte belohnt, die mir zwar gut gefallen hat aber am Ende ein wenig zu abprupt geendet hat.  Unterm Strich ist Batman City of Madness ein düsteres und absolut Werk, da hier auch Alfred eine ganz besondere Rolle spielt und ich ihn sowieso immer gerne erlebe.

Vielen Dank an Panini Comics für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars. 

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