Wild Strawberry 2

Jinka sind parasitäre Organismen, die in menschlichen Wirten leben und diese nach ihrer vollen Entfaltung töten. Kingo und der Wissenschaftler Makino machen sich auf den Weg zur Mutter-Jinka, um Kingos Schwester Kayano, die als Jinka in ihm weiterlebt, zu retten. In den gefährlichen Ruinen Tokyos geraten sie jedoch ins Visier der Flower Funeral Force, wo Kingo im Kampf gegen die Elitesoldatin Ayari unkontrollierbare Kräfte entfesselt.
Ein düsteres Tokyo im Blütenrausch
Mit WILD STRAWBERRY 02 setzt der Manga konsequent dort an, wo der erste Band aufgehört hat: mitten in einer zerstörten, gefährlichen Welt, in der Schönheit und Grauen untrennbar miteinander verbunden sind. Das postapokalyptische Tokyo wirkt dabei nicht nur wie eine Kulisse, sondern wie ein lebendiger, feindseliger Organismus. Überall lauert die Bedrohung durch die Jinka parasitäre Pflanzenwesen, deren blutiges Erblühen einen nachhaltigen Eindruck hinterlässt.
Die Jinka als zentrales Horrormotiv
Besonders stark bleibt das Konzept der Jinka selbst. Die Idee, dass sie menschliche Wirtskörper benötigen und deren Tod unausweichlich ist, sorgt für eine konstante, beklemmende Spannung. Das Erblühen wird erneut visuell wie erzählerisch eindrucksvoll inszeniert und unterstreicht den Body-Horror-Aspekt der Reihe. Hier zeigt sich, wie kompromisslos der Manga mit seinen düsteren Themen umgeht.
Kingos innere Zerrissenheit
Im Mittelpunkt steht weiterhin Kingo, dessen Motivation zutiefst emotional ist: Er kämpft nicht nur ums Überleben, sondern um die Rettung seiner Schwester Kayano. Dass sie nun als Jinka in ihm weiterlebt, verleiht seinem Charakter eine tragische Tiefe. Band 02 legt spürbar mehr Fokus auf seine innere Zerrissenheit und seine Angst davor, selbst zum Monster zu werden.
Makino – Wissenschaft trifft Verzweiflung
Der Wissenschaftler Makino ergänzt Kingo hervorragend. Er steht für Rationalität, Forschung und Hoffnung auf Heilung, wirkt dabei aber keineswegs kalt. Seine Besessenheit, eine Lösung zu finden, lässt immer wieder Zweifel aufkommen, ob er wirklich alles unter Kontrolle hat oder ob er selbst bereit ist, moralische Grenzen zu überschreiten.
Die Flower Funeral Force betritt die Bühne
Mit dem Auftauchen der Flower Funeral Force nimmt die Geschichte deutlich an Tempo auf. Diese Eliteeinheit bringt eine neue Dynamik in den Manga, da sie nicht nur Gegner der Jinka, sondern auch von Kingo und Makino ist. Plötzlich ist nicht mehr klar, wer hier eigentlich auf der richtigen Seite steht. Die Thematik baut man meiner Meinung nach toll aus und schafft es so eine unterhaltsame und gute Geschichte abzuliefern.
Ayari als starke Gegenspielerin
Besonders die Elitesoldatin Ayari sticht hervor. Sie ist entschlossen, kompromisslos und verkörpert perfekt die Grausamkeit dieser Welt. Der Kampf zwischen ihr und Kingo ist eines der Highlights des Bandes und zeigt, wie schnell sich Machtverhältnisse verschieben können. Gegen Ende bekommen wir zu ihr noch eine schöne Rückblende, die der Four nicht nur Tiefe gibt, sondern auch sie als Figur selbst sehr spannend macht.
Unkontrollierbare Kräfte
Kingo entfesselt in diesem Band Fähigkeiten, die selbst ihn erschrecken. Diese unkontrollierbaren Kräfte sorgen für spektakuläre Action, werfen aber gleichzeitig viele Fragen auf. Wie sehr beeinflusst Kayano ihn? Und wie lange kann er noch Mensch bleiben?
Bildsprache und Atmosphäre
Zeichnerisch bleibt Wild Strawberry 2 auf hohem Niveau. Die detaillierten Panels, der starke Kontrast zwischen floraler Schönheit und brutaler Gewalt sowie die dynamischen Kampfszenen ziehen einen regelrecht in die Geschichte hinein. Besonders die Darstellung der Jinka-Mutationen bleibt im Gedächtnis.
Spannender Aufbau mit offenem Ausgang
Der Band endet nicht mit Antworten, sondern mit noch mehr offenen Fragen. Die Reise zur Mutter-Jinka wirkt gefährlicher denn je, und die Fronten verhärten sich. Genau das macht Lust auf den nächsten Band und zeigt, dass die Serie langfristig geplant ist.
Fazit
Wild Strawberry 2 beweist eindrucksvoll, dass es sich bei der Reihe nicht um einen kurzen Schockeffekt handelt, sondern um eine durchdacht aufgebaute Geschichte mit klarer Vision. Der zweite Band nutzt die Grundlagen des Einstiegsbandes, um die Welt, ihre Regeln und vor allem ihre Grausamkeit weiter auszubauen. Dabei wird schnell klar: Diese Geschichte scheut weder vor emotionalem Schmerz noch vor erzählerischer Konsequenz zurück.
Besonders hervorzuheben ist die konsequente Charakterarbeit rund um Kingo. Seine Rolle als Wirt seiner eigenen Schwester ist nicht nur ein tragisches Storyelement, sondern prägt jede seiner Entscheidungen.
Die Einführung der Flower Funeral Force hebt den Konflikt auf eine neue Ebene. Statt eines klaren Gut gegen Böse Schemas entsteht ein Spannungsfeld aus unterschiedlichen Ideologien, in dem jede Seite ihre eigene Rechtfertigung hat. Figuren wie Ayari verkörpern diese Härte perfekt und zeigen, dass Überleben in dieser Welt oft bedeutet, Menschlichkeit zu opfern. Dadurch gewinnt die Geschichte an moralischer Tiefe.
Auch auf visueller Ebene überzeugt der Band nachhaltig. Die Zeichnungen transportieren nicht nur Action, sondern vor allem Atmosphäre. Insgesamt festigt Wild Strawberry 2 den Manga als düstere, emotionale und zugleich actionreiche Reihe mit starkem Wiedererkennungswert. Der Band macht neugierig auf die kommenden Entwicklungen, wirft bewusst neue Fragen auf und steigert die Erwartungen an die Reise zur Mutter-Jinka enorm. Wer den ersten Band mochte, wird hier nicht nur abgeholt, sondern spürbar tiefer in diese blutige, blühende Welt hineingezogen.
Vielen Dank an Cross cult für die Bereitste des Rezensionsexemplars.
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