Assassin’s Creed Shadows Die Geschichte von Iga 1

Im feudalen Japan gerät der junge Fujibayashi Masayasu in den Konflikt zwischen Templern und Assassinen. Auf seinem Weg zum Ninja erhält er Unterstützung von den legendären Shinobi Momochi Sandayuu und Hattori Hanzou sowie der geheimnisvollen Tsuyu.
Ein gelungener Ausflug ins feudale Japan
Mit Assassin’s Creed Shadows Die Geschichte von Iga 1 bekommen wir eine spannende Ergänzung zum Videospiel geboten. Der Manga erzählt eine Vorgeschichte zu den Ereignissen von Assassin’s Creed Shadows und verlagert den bekannten Konflikt zwischen Assassinen und Templern ins feudale Japan. Dabei steht diesmal nicht unbedingt eine bereits fertig ausgebildete Killermaschine im Mittelpunkt, sondern mit Fujibayashi Masayasu ein junger Mann, der seinen eigenen Weg erst noch finden muss. Genau das macht den Auftakt interessant, denn man erlebt seine Entwicklung Schritt für Schritt und bekommt gleichzeitig einen Einblick in die Welt der Shinobi.
Masayasu auf dem Weg zum Ninja
Masayasu ist eine Figur, die vor allem durch seine Entwicklung funktioniert. Er besitzt zwar Talent und den nötigen Kampfgeist, doch der Weg zum Ninja ist alles andere als einfach. Der Manga nimmt sich die Zeit, seine Ausbildung und seine persönlichen Herausforderungen zu zeigen, ohne dabei komplett auf Action zu verzichten. Dadurch bekommt man das Gefühl, Masayasu tatsächlich auf seinem Weg zu begleiten. Er muss lernen, seine Fähigkeiten gezielt einzusetzen, seine Umgebung aufmerksam wahrzunehmen und sich auf Situationen einzustellen, in denen rohe Gewalt nicht unbedingt die beste Lösung ist.
Assassinen gegen Templer in Japan
Natürlich darf das Herzstück der Reihe nicht fehlen: der ewige Konflikt zwischen Assassinen und Templern. Was im ersten Moment wie ein völlig fremder Schauplatz für diesen bekannten Konflikt wirkt, passt erstaunlich gut zum feudalen Japan. Die geheimen Machenschaften, Intrigen und Kämpfe im Verborgenen lassen sich hervorragend mit der Welt der Shinobi verbinden. Gleichzeitig wird deutlich, dass die Templer nicht einfach nur als gewöhnliche Gegner auftreten. Ihr Einfluss wächst zunehmend und bringt eine Bedrohung mit sich, die für Iga und seine Bewohner immer gefährlicher wird.
Legendäre Shinobi
Besonders interessant wird der Manga durch seine historischen und innerhalb der Geschichte legendären Ninja-Figuren. Momochi Sandayuu und Hattori Hanzou sorgen dafür, dass Masayasu auf Persönlichkeiten trifft, die weit über seine eigenen Fähigkeiten hinausgehen. Ihre Anwesenheit verleiht der Geschichte zusätzliches Gewicht und sorgt dafür, dass Masayasu nicht völlig auf sich allein gestellt ist. Gleichzeitig entsteht dadurch eine schöne Verbindung zwischen historischen Figuren und der fiktiven Welt von Assassin’s Creed. Wer sich für Ninja und die japanische Geschichte interessiert, dürfte an diesen Charakteren besonders viel Freude haben.
Die geheimnisvolle Tsuyu
Eine weitere interessante Figur ist Tsuyu. Sie bleibt zunächst etwas undurchsichtig und genau das macht sie spannend. Man merkt relativ schnell, dass sie nicht einfach nur als Begleiterin für Masayasu eingeführt wurde, sondern ihre eigene Bedeutung für die Handlung besitzt. Ihre Beziehung zu Masayasu entwickelt sich dabei interessant und bringt neben den Kämpfen auch eine persönliche Ebene in die Geschichte. Gerade weil der Manga noch nicht alle Geheimnisse offenlegt, bleibt man neugierig darauf, welche Rolle Tsuyu im weiteren Verlauf tatsächlich spielen wird.
Viel Action, aber nicht nur
Natürlich wäre ein Assassin’s-Creed-Manga ohne ordentlich Action nur schwer vorstellbar. Auch hier bekommt man einige spannende Kämpfe und dynamische Auseinandersetzungen geboten. Gleichzeitig versucht der Band, nicht von einer Actionszene direkt in die nächste zu springen. Zwischen den Kämpfen gibt es ruhigere Momente, in denen die Charaktere und die Situation rund um Iga näher beleuchtet werden. Dadurch entsteht ein angenehmes Gleichgewicht zwischen Handlung, Charakterentwicklung und Action. Besonders Masayasu profitiert davon, weil seine Entwicklung dadurch glaubwürdiger wirkt.
Eine spannende Welt
Was mir besonders gut gefällt, ist die Verbindung aus japanischem Setting und Assassin’s-Creed-Mythologie. Der Manga fühlt sich trotz der bekannten Elemente nicht wie eine einfache Kopie des Spiels an. Stattdessen wird der Konflikt in eine Welt eingebettet, in der Ninja, Clans, politische Machtkämpfe und geheime Organisationen ohnehin eine wichtige Rolle spielen. Das passt hervorragend zum Grundprinzip von Assassin’s Creed. Der Kampf zwischen Templern und Assassinen wirkt dadurch fast so, als hätte er schon immer in diese Epoche gehört.
Ein Auftakt mit offenem Ausgang
Als erster Band einer größeren Geschichte konzentriert sich Die Geschichte von Iga 1 verständlicherweise stark auf den Aufbau. Einige Figuren werden eingeführt, Beziehungen entstehen und die Bedrohung durch die Templer wird langsam größer. Dadurch fühlt sich der Band teilweise eher wie der Beginn eines größeren Abenteuers als wie eine vollständig abgeschlossene Geschichte an. Das ist gleichzeitig Stärke und kleine Schwäche des Mangas. Wer einen großen finalen Showdown erwartet, wird vermutlich etwas enttäuscht sein, während
Alle, die gerne in eine neue Geschichte hineingeführt werden, hier genau das bekommen.
Für Fans von Assassin’s Creed und Ninja
Unterm Strich funktioniert der Manga besonders gut für jene, die sowohl mit Assassin’s Creed als auch mit japanischer Geschichte und Ninja etwas anfangen können. Selbst wer das Spiel nicht gespielt hat, dürfte der Handlung problemlos folgen können, da die wichtigsten Zusammenhänge verständlich vermittelt werden. Gleichzeitig gibt es für Kenner des Spiels einige interessante Bezüge und Hintergründe zu entdecken. Der Band schafft es somit, als eigenständige Geschichte zu funktionieren und gleichzeitig das Universum von Assassin’s Creed Shadows sinnvoll zu erweitern.
Fazit
Assassin’s Creed Shadows Die Geschichte von Iga 1 ist ein gelungener Auftakt, der das Assassin’s-Creed-Universum auf eine interessante Weise erweitert. Besonders das feudale Japan erweist sich als hervorragender Schauplatz für den Konflikt zwischen Assassinen und Templern. Die Verbindung aus historischen Ninja, geheimen Organisationen und klassischen Assassin’s-Creed-Elementen funktioniert überraschend gut und verleiht der Geschichte ihren eigenen Charakter. Masayasu ist dabei ein sympathischer Mittelpunkt der Handlung. Statt direkt als perfekter Ninja präsentiert zu werden, muss er sich seine Fähigkeiten und seinen Platz in dieser gefährlichen Welt erst erarbeiten. Dadurch kann man seine Entwicklung nachvollziehen und bekommt gleichzeitig einen guten Eindruck davon, wie hart der Weg zum Shinobi sein kann.
Auch erzählerisch macht der erste Band vieles richtig. Die Geschichte nimmt sich ausreichend Zeit, die Figuren und die Situation in Iga aufzubauen, ohne dabei die Action zu vernachlässigen. Wer nach dem ersten Band bereits alle Hintergründe und einen großen Abschluss erwartet, wird hier etwas Geduld mitbringen müssen. Gleichzeitig sorgt genau dieser offene Aufbau dafür, dass man wissen möchte, wie es mit Masayasu, Tsuyu und dem Konflikt um Iga weitergeht. Insgesamt ist Assassin’s Creed Shadows Die Geschichte von Iga 1 ein unterhaltsamer und atmosphärischer Manga-Auftakt, der Assassin’s Creed und die Welt der Ninja sehr stimmig miteinander verbindet. Die Mischung aus Action, historischen Figuren, Geheimnissen und persönlicher Entwicklung funktioniert gut und macht Lust auf die Fortsetzung.
Vielen Dank an Panini Manga für die Bereitstellung des rezensions
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