Die 5 Reiche 15 Nichts anderes als leben

Der dritte Zyklus von Die 5 Reiche führt uns zurück in die nordischen Bärenlande, wo der Krieg zwischen Angleon und Arnor unausweichlich weiter voran schreitet. Während die Bären die Königin von Angleon suchen, ahnen sie nicht, dass sich die Bedrohung bereits gegen sie selbst richtet.

Die Ländereien der Bären. Schon auf den ersten Seiten wird klar: Hier geht es nicht um kleine Machtspielchen, sondern um das nackte Überleben in einer Welt, in der politische Intrigen genauso tödlich sind wie offene Schlachten. Die Atmosphäre ist rau, kühl und von einer latenten Bedrohung durchzogen. Gerade die Wölfe, die im letzten Band ihre Rebellion versucht haben, spüren nun die Konsequenzen ihres Handelns. Was mir hier besonders gut gefällt ist, dass der dritte Zyklus Dinge zu Ende führt und klare Konsequenzen hat. 

Die Bären im Zentrum des Geschehens

Nachdem zuvor das romanisch inspirierte Reich der Raubkatzen und das asiatisch angehauchte Affenkönigreich im Fokus standen, dürfen nun endlich die Bären ihre Bühne betreten. Ihr Reich wirkt hart und unerbittlich, was hervorragend zu den inneren und äußeren Konflikten passt, die sie plagen. Besonders spannend ist, wie ihre kulturelle Prägung Einfluss auf Entscheidungen, Kriegsführung und Loyalitäten nimmt. Gerade in die Strukturen des Reiches dringt man tiefer ein und spürt klar hier die Wurzeln der Bären. 

Ein Krieg, der unausweichlich scheint

Der Konflikt zwischen Angleon und Arnor spitzt sich in diesem Band weiter zu. Nichts anderes als leben macht seinem Titel alle Ehre, denn jede Handlung scheint von der Angst vor dem Untergang getrieben zu sein. Der Krieg ist nicht mehr nur eine drohende Möglichkeit, sondern eine Gewissheit, die wie ein Schatten über allen Figuren liegt. Dennoch wirkt hier finde ich die Art und Weise etwas kleiner, da hab ich mir schon etwas epischeres vorgestellt, aber im hier laufende Rahmen passt soweit alles zusammen. 

Intrigen statt klarer Fronten

Was die Serie weiterhin auszeichnet, ist das Spiel mit politischen Intrigen. Die Bären sind noch immer auf der Suche nach der Königin von Angleon ohne zu ahnen, dass sie selbst längst Teil eines viel größeren Plans geworden sind. Diese doppelten Böden sorgen für eine konstante Spannung und machen jede scheinbar sichere Situation brüchig.

Figuren mit Ecken und Kanten

Auch in Band 15 glänzt die Serie mit vielschichtigen Charakteren. Niemand ist eindeutig gut oder böse, jede Entscheidung hat Konsequenzen. Gerade diese moralischen Grauzonen erinnern stark an große Fantasy-Epen und verleihen der Geschichte eine erwachsene Tiefe, die man im Comicbereich nicht allzu oft findet.

Der Vergleich mit George R. R. Martins Lied von Eis und Feuer drängt sich erneut auf, wirkt aber nie wie eine bloße Kopie. Stattdessen schafft man hier, bekannte Motive aufzunehmen und in ein eigenes, unverwechselbares Universum zu überführen. Macht, Verrat und Loyalität werden hier mit beeindruckender Konsequenz verhandelt.

Bildgewaltige Inszenierung

Visuell bleibt Die 5 Reiche ohnehin eine Klasse für sich. Die kalten Farben der Bärenlande, die detailreichen Rüstungen und die ausdrucksstarken Tiergesichter verstärken die emotionale Wucht der Geschichte. Action-Szenen sind dynamisch, ruhige Momente dagegen intensiv und voller Bedeutung. Wer Serien es eher Richtung Wikinger mag, der kommt in diesem Zyklus meiner Meinung nach voll auf die Kosten. 

Tempo und Dramaturgie

Nichts anderes als leben nimmt sich Zeit für Aufbau und Eskalation. Manche Passagen sind ruhig, fast nachdenklich, bevor die Handlung wieder an Fahrt aufnimmt. Dieses Wechselspiel sorgt dafür, dass der Band trotz seiner Länge nie langweilig wird und stets neugierig auf das Kommende macht.

Ein weiterer starker Baustein der Serie

Als Teil des dritten Zyklus fügt sich Band 15 nahtlos in die Gesamtgeschichte ein und treibt sie gleichzeitig konsequent voran. Neue Fragen werden aufgeworfen, alte Konflikte verschärft – und als Leser merkt man einmal mehr, dass hier noch lange nicht das letzte Wort gesprochen ist.

Leben am Abgrund

Die 5 Reiche 15 Nichts anderes als leben und  ist ein düsterer, intensiver Comicband, der das zentrale Thema des Überlebens in den Mittelpunkt rückt, denn nicht jede Figur erlebt hier das Ende des Bandes lebend. Jede Entscheidung wirkt endgültig, jeder Fehler potenziell tödlich. Das Besonders überzeugt erneut die Charakterzeichnung. Die Figuren sind glaubwürdig, verletzlich und oft hin- und hergerissen zwischen Pflicht, Moral und Selbsterhaltung. Genau das macht ihre Geschichten so fesselnd. Dieser Band richtet sich klar an alle, die anspruchsvolle Fantasy schätzen. Wer einfache Gut-gegen-Böse-Geschichten sucht, ist hier falsch – wer politische Tiefe und emotionale Schwere mag, wird begeistert sein. Sowohl zeichnerisch als auch erzählerisch bleibt die Serie auf konstant hohem Niveau. Die Welt der Bären fühlt sich lebendig und gefährlich an. Unterm Strich ist Nichts anderes als leben ein Pflichtband für alle Fans von Die 5 Reiche und ein eindrucksvoller Beweis dafür, warum diese Comicserie, meiner Meinung nach, zu den spannendsten Fantasy-Epen ihrer Art gehört.

Vielen Dank an den Splitter Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars. 

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