Killadelphia 4

George Washington kehrt als Vampirkönig zurück! Detective Sangster und seine Werwolf-Verbündeten kämpfen ums Überleben Amerikas. Doch wie besiegt man einen Kriegshelden?
Ein untoter Gründungsvater gegen Amerika
Rodney Barnes und Jason Shawn Alexander liefern mit Killadelphia eine der spannendsten und unkonventionellsten Vampirgeschichten der letzten Jahre. Im vierten Band erreicht der Horror und Historienmix eine neue Dimension: Kein Geringerer als George Washington kehrt von den Toten zurück, als unaufhaltsamer Vampirkönig! Während Detective James Sangster Senior und seine ungewöhnliche Truppe aus Werwölfen alles daran setzen, ihn aufzuhalten, taucht mit Toussaint Louverture eine weitere historische Figur auf, die ihre eigenen Pläne hat. Kann dieser Mix aus Geschichte, Horror und übernatürlicher Action auch weiterhin überzeugen?
George Washington. Der untote Imperator
Die Idee, dass George Washington als blutrünstiger Vampir zurückkehrt, ist so absurd wie genial. Rodney Barnes zeigt erneut sein Talent, historische Persönlichkeiten auf unerwartete Weise neu zu interpretieren. Washington wird hier nicht einfach als brutaler Antagonist dargestellt, sondern als strategischer Meister, der Amerikas Zukunft erneut nach seinen Vorstellungen formen will nur diesmal mit einer Armee von Untoten. Seine Präsenz ist bedrohlich und majestätisch zugleich, und sein unaufhaltsamer Vormarsch macht ihn zu einem der bisher gefährlichsten Feinde der Reihe.
Sangster Senior und der verzweifelte Widerstand
Im Zentrum des Geschehens steht einmal mehr Detective James Sangster Senior, der selbst ein Vampir ist, aber für die Menschheit kämpft. Gemeinsam mit seinem Sohn James Jr., den Werwölfen und weiteren Verbündeten versucht er, Washingtons Schreckensherrschaft zu verhindern. Doch der Feind ist mächtig, und die Konflikte innerhalb der Gruppe erschweren den Kampf zusätzlich. Besonders spannend ist, dass sich Sangster Senior mehr und mehr mit der Frage auseinandersetzen muss, was es bedeutet, ein untoter Held zu sein. Kann er wirklich für das Leben kämpfen, wenn er selbst längst nicht mehr dazugehört?
Toussaint Louverture, der neue Spieler auf dem Feld
Ein Highlight dieses Bandes ist die Einführung von Toussaint Louverture, einer realen historischen Figur, die im 18. Jahrhundert die haitianische Revolution anführte. In Killadelphia taucht er als Vampirjäger auf, der seine eigenen Rechnungen mit den Untoten offen hat. Seine Darstellung ist fantastisch, er wirkt charismatisch, aber auch gnadenlos. Sein Auftreten bringt eine neue Dynamik in die Geschichte und macht deutlich, dass der Kampf gegen Washington mehr als nur eine nationale Angelegenheit ist. Es geht um die Freiheit aller Menschen, und Toussaint ist bereit, bis zum Äußersten zu gehen.
Rückblenden zu Seesaw, eine Reise durch die Zeit
Seesaw, der unsterbliche Vampir, spielt erneut eine wichtige Rolle, und in diesem Band erfahren wir mehr über seine Vergangenheit. Die Rückblenden zu seiner Entwicklung sind visuell beeindruckend und inhaltlich tiefgründig. Seesaw ist mehr als nur ein Mitspieler im Kampf gegen Washington, er stellt große Fragen über Schicksal, Glauben und den ewigen Kreislauf von Macht und Unterdrückung. Sein Storybogen verleiht der Handlung eine zusätzliche philosophische Ebene, die Killadelphia von anderen Horror-Comics abhebt.
Jason Shawn Alexanders düstere Kunst
Ein Killadelphia-Band wäre ohne Jason Shawn Alexanders Zeichnungen nicht das Gleiche. Auch hier liefert er wieder düstere, ausdrucksstarke Bilder, die die Atmosphäre perfekt einfangen. Der Wechsel zwischen realistischen Porträts und abstrakten Horrorvisionen sorgt für eine unheimliche Stimmung. Besonders Washingtons Auftritte sind meisterhaft in Szene gesetzt, seine Präsenz strahlt pure Macht aus. Die Farbgebung verstärkt die bedrohliche Atmosphäre und unterstreicht die Verzweiflung, die über der Stadt liegt.
Fazit: Ein höllischer Kampf um Amerikas Zukunft
Mit Band 4 hebt Killadelphia die Serie auf ein neues Level. Die Einführung von George Washington als Vampirkönig ist ein mutiger Schachzug, der hervorragend funktioniert. Er ist kein bloßer Bösewicht, sondern ein strategisch denkender Herrscher, der glaubt, Amerika erneut retten zu müssen, diesmal auf seine eigene untote Weise.
Auch Toussaint Louvertures Auftritt ist ein starker Punkt. Seine Verbindung zur realen Geschichte und seine unerbittliche Haltung gegenüber den Vampiren machen ihn zu einer faszinierenden Figur. Er bringt neue Impulse in die Handlung und erweitert das Universum von Killadelphia in eine Richtung, die viele Möglichkeiten für zukünftige Entwicklungen bietet. Die Rückblenden zu Seesaw sind ebenfalls gelungen und vertiefen die mythologische und philosophische Dimension der Serie. Visuell bleibt die Serie ein starkes Werk. Jason Shawn Alexander erschafft mit seinen düsteren Zeichnungen eine Welt, die zwischen Realität und Albtraum schwebt. Die Farbgebung, die Schattierungen und die dynamischen Posen der Charaktere verstärken die Wucht der Geschichte. Jede Seite ist ein Kunstwerk für sich. Insgesamt ist Killadelphia Band 4 ein absolutes Muss für Fans der Serie und für alle, die Horror mit Tiefgang lieben.
Vielen Dank an den Skinless Crow Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars.
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