Der Palast der Assassinen 1

Karin hofft, im Frauenquartier des Kaisers ein neues, freies Leben beginnen zu können. Doch ihre Vergangenheit als ausgebildete Assassine und Tochter eines berüchtigten Beamten macht sie zur Außenseiterin am Hof. Nur der junge, schwächliche Kaiser Gyosei begegnet ihr mit Freundlichkeit. Als ein Attentat auf ihn verübt wird, muss Karin erneut zur Mörderin werden, um ihn zu beschützen. Damit gerät sie in die gefährlichen Intrigen des Inneren Palastes, wo hinter der prachtvollen Fassade ein erbitterter Kampf um die kaiserliche Thronfolge tobt.

Ein tödlicher Neuanfang am Kaiserhof

Mit Der Palast der Assassinen Band 1 entführt uns Tabasa Iori in eine Welt voller höfischer Intrigen, unterdrückter Gefühle und tödlicher Loyalität. Schon der Einstieg macht klar: Der kaiserliche Hof ist kein Ort der Sicherheit, sondern ein gefährliches Schachbrett, auf dem jedes falsche Wort und jeder falsche Blick das Ende bedeuten kann. Die Geschichte verbindet historische Atmosphäre mit emotionalem Drama und einem Hauch von Thriller eine Mischung, die sofort neugierig macht.

Karin eine Heldin mit blutiger Vergangenheit

Im Mittelpunkt steht Karin, eine junge Frau, die nichts sehnlicher will als ein normales Leben. Doch ihre Vergangenheit als ausgebildete Attentäterin lässt sie nicht los. Besonders spannend ist der innere Konflikt der Protagonistin: Einerseits sehnt sie sich nach Freundschaft, Freiheit und Zugehörigkeit, andererseits ist sie durch ihren grausamen Vater zu einer Waffe geformt worden. Diesen Charakterzug macht Karin zu einer vielschichtigen und glaubwürdigen Figur.

Der Innere Palast: Schönheit mit dunklen Schatten

Der Innere Palast wird als prachtvoller Ort beschrieben, der nach außen hin wie ein idyllischer Blumengarten wirkt. Doch hinter der Schönheit lauern Neid, Machtkämpfe und tödliche Geheimnisse. Die vielen Frauen, die um Anerkennung und Einfluss ringen, erzeugen eine angespannte Atmosphäre, in der Misstrauen allgegenwärtig ist. Karin steht dabei stets am Rand beobachtet, gemieden und nie wirklich sicher.

Ein schwacher Kaiser mit großer Bedeutung

Der junge Kaiser Gyosei ist zunächst das komplette Gegenteil dessen, was man von einem Herrscher erwartet. Körperlich schwach und politisch bedroht, wirkt er fast verloren inmitten der Intrigen. Gerade diese Verletzlichkeit macht ihn jedoch sympathisch. Seine Freundlichkeit Karin gegenüber sticht hervor und bildet einen emotionalen Ankerpunkt der Geschichte. Ich bin da sehr gespannt welche Szenen wir mit ihm noch so bekommen werden und wie er sich im laufe der Reihe entwickeln wird. 

Loyalität als tödliche Verpflichtung

Als ein Attentat auf den Kaiser verübt wird, bleibt Karin keine Wahl: Sie muss erneut zur Mörderin werden. Dieser Moment markiert einen Wendepunkt im Manga. Aus dem Wunsch nach einem friedlichen Leben wird eine Pflicht, die sie tiefer in Gewalt und Schuld zieht. Besonders eindrucksvoll ist, wie selbstverständlich sie in ihre alte Rolle zurückfällt üfast so, als hätte sie nie etwas anderes gekannt.

Intrigen, Machtkämpfe und Nachfolgefragen

Neben Karins persönlicher Geschichte entfaltet sich ein größerer politischer Konflikt. Der Kampf um die Thronfolge schwebt wie ein dunkler Schatten über allem. Hinter jedem Lächeln könnte sich ein Feind verbergen, hinter jeder Freundlichkeit eine Falle. Diese politische Ebene verleiht der Handlung zusätzliche Tiefe und sorgt für konstante Spannung.

Emotionale Nähe statt bloßer Action

Obwohl Mord und Attentate eine zentrale Rolle spielen, lebt der Manga nicht allein von Action. Viel stärker sind die leisen Momente: Karins Einsamkeit, ihre Hoffnung auf Freundschaft und die vielleicht kommende Nähe zum Kaiser. Diese emotionalen Passagen geben der Geschichte Herz und verhindern, dass sie zu kühl oder distanziert wirkt. Immer wieder für Schmunzler sorgen 

die Reaktionen der Figuren wen herauskommt wer Karin ist und wer ihr Vater ist. 

Zeichenstil und Atmosphäre

Der Zeichenstil unterstreicht die Stimmung perfekt. Zarte Linien, ausdrucksstarke Gesichter und detailreiche Palastkulissen wechseln sich mit harten, düsteren Szenen ab. Besonders Karins Mimik transportiert ihre innere Zerrissenheit eindrucksvoll. Die Bildsprache verstärkt das Gefühl von Schönheit, die jederzeit in Grausamkeit umschlagen kann.

Ein Auftakt mit Sogwirkung

Band 1 endet nicht mit abgeschlossenen Antworten, sondern mit dem Gefühl, dass alles erst beginnt. Die angekündigte endlose Spirale aus Mord und Hingabe ist deutlich spürbar. Man möchte sofort wissen, wie weit Karin bereit ist zu gehen und welchen Preis sie dafür zahlen muss.

Ein Palast voller Blut und Gefühle

Der Palast der Assassinen Band 1 überzeugt vor allem durch seine starke Protagonistin. Karin ist keine klassische Heldin, sondern eine Figur, deren Vergangenheit sie ständig einholt. Gerade das macht sie so interessant und menschlich.  Die Geschichte punktet mit einer dichten Atmosphäre, die höfische Eleganz und tödliche Gefahr geschickt miteinander verbindet. Intrigen und politische Machtspiele wirken glaubwürdig und sorgen für anhaltende Spannung. Hier kratzt man finde ich schon einer spannenden Oberfläche, die gerne noch vertieft werden kann.  Besonders gelungen ist die emotionale Ebene: Freundschaft, Loyalität und Hoffnung stehen im starken Kontrast zur allgegenwärtigen Gewalt. Diese Gegensätze verleihen dem Manga Tiefe und machen ihn mehr als nur eine Assassinen-Geschichte.

Gerade auch der junge Kaiser der körperlich geschwächt ist und auch politisch eher eine Zielscheibe ist, steht in einem tollen Kontrast zu Karin und zugleich bin ich sehr gespannt darauf, wie er weiterhin ausgebaut wird und ob er sich auch behaupten kann und dass auch will. Auch zeichnerisch hinterlässt der Band einen guten Eindruck. Die Bilder transportieren Gefühle ebenso gut wie Handlung und unterstützen die düstere Grundstimmung hervorragend. Insgesamt ist der erste Band ein fesselnder Auftakt, der neugierig auf mehr macht. Wer historische Settings, starke Frauenfiguren und emotionale Dramen mit dunklem Unterton mag, sollte diesem Manga unbedingt eine Chance geben.

Vielen Dank an den Carlsen Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars. 

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