Phantom Busters 2

In Phantom Busters 2 sind alle Mitglieder der Gruppe vereint und können offiziell als Phantom Busters auf Geisterjagd gehen. Bei ihrem Versuch, bekannter zu werden, geraten sie ins Visier des Schülerratspräsidenten Ichimiya. Gleichzeitig wird ein Attentäter ausgesandt, um Mogari zu töten – und plötzlich wird die Geisterjagd zu einer persönlichen Auseinandersetzung.

Die Phantom Busters sind komplett

Nachdem der erste Band die ungewöhnliche Truppe erst einmal zusammengeführt hat, kann Band 2 richtig durchstarten. Mogari, Eugene und ihre Freunde sind nun tatsächlich als Phantom Busters unterwegs. Das sorgt sofort für eine andere Dynamik, denn aus einer zufälligen Ansammlung ziemlich unterschiedlicher Charaktere wird langsam eine richtige Gruppe. Und natürlich läuft bei diesen Jugendlichen trotzdem längst nicht alles so professionell ab, wie der Name „Phantom Busters“ vielleicht vermuten lässt. Genau daraus zieht der Manga einen großen Teil seines Humors.

Geisterjäger mit Werbeproblemen

Besonders witzig ist die Idee, dass die Gruppe zunächst einmal dafür sorgen muss, überhaupt Kunden zu bekommen. Schließlich bringt die beste Fähigkeit nichts, wenn niemand weiß, dass es die Phantom Busters gibt. Also muss Werbung her. Was eigentlich nach einer simplen Aufgabe klingt, entwickelt sich natürlich schnell zu einer neuen Quelle für Chaos. Gerade diese Mischung aus übernatürlichen Gefahren und völlig normalen Schulproblemen gefällt mir an der Reihe ausgesprochen gut. 

Ichimiya wird neugierig

Mit dem Schülerratspräsidenten Ichimiya bekommt die Geschichte außerdem einen interessanten neuen Konflikt. Er gilt als besonnener Realist und passt damit eigentlich überhaupt nicht zu Mogaris verrückter Welt voller Geister. Dass ausgerechnet er auf die Phantom Busters aufmerksam wird, verspricht deshalb einige unterhaltsame Situationen. Gleichzeitig ist er nicht einfach nur irgendein weiterer Schüler, sondern scheint durchaus seine eigenen Vorstellungen davon zu haben, was bei den Phantom Busters eigentlich vor sich geht.

Mogari bekommt ein echtes Problem

Während die Gruppe mit ihren ersten Aktivitäten beschäftigt ist, wird es für Mogari plötzlich ernst. Ein Attentäter wird vom heiligen Berg der Shishikuno ausgesandt, um ihn zu beseitigen. Damit bekommt Mogaris Vergangenheit deutlich mehr Gewicht. Bis dahin konnte man seine ungewöhnlichen Fähigkeiten und seine etwas schräge Art vor allem als Grundlage für Comedy betrachten. Jetzt wird klar, dass hinter seiner Herkunft und seinen Kräften wesentlich mehr steckt. 

Action trifft Comedy

Genau diese Mischung macht „Phantom Busters“ für mich so unterhaltsam. Der Manga kann innerhalb weniger Seiten von einer komplett absurden Alltagssituation in einen ernsthaften Kampf wechseln. Dabei nimmt sich die Geschichte weder ihre Action noch ihren Humor gegenseitig weg. Mogaris Fähigkeit, Geister zu verschlingen und dadurch zu exorzieren, bleibt ohnehin eine der ungewöhnlichsten Ideen der Reihe. Zusammen mit den Fähigkeiten und Persönlichkeiten der anderen Mitglieder entsteht dadurch ein ziemlich chaotischer, aber unterhaltsamer Haufen.

Eugene als Gegenpol

Eugene bleibt dabei ein wichtiger Bestandteil der Dynamik. Als hervorragender Schüler, der ursprünglich überhaupt nicht an Geister glaubte und selbst keine übersinnliche Wahrnehmung besitzt, ist er der perfekte Gegenpol zu Mogari. Gerade weil Eugene die übernatürliche Welt nicht von Anfang an versteht, kann man sie gewissermaßen gemeinsam mit ihm entdecken. Gleichzeitig sorgt seine eher vernünftige Art dafür, dass Mogaris Aktionen noch verrückter wirken. 

Eine Gruppe mit viel Potenzial

Was mir an Band 2 besonders gefällt, ist die Entwicklung der Gruppe. Im ersten Band stand noch stark die Frage im Mittelpunkt, wie diese unterschiedlichen Jugendlichen überhaupt zusammenfinden. Jetzt beginnt man langsam zu erkennen, was für eine Art Team daraus werden könnte. Jeder Charakter bringt seine eigenen Macken und Fähigkeiten mit, und gerade diese Unterschiede machen die Phantom Busters interessant. Sie sind eben keine perfekt eingespielte Geisterjäger-Truppe, sondern Jugendliche, die erst noch lernen müssen, miteinander klarzukommen.

Die Welt wird größer

Mit dem Attentäter vom heiligen Berg wird außerdem angedeutet, dass hinter Mogari eine wesentlich größere Welt steckt. Seine Familie und deren Herkunft scheinen eine wichtige Rolle zu spielen, und dadurch bekommt die Geschichte neben dem Schulalltag eine zusätzliche Ebene. Besonders spannend ist, dass Neoshoco diese Informationen nicht einfach in einem langen Erklärungsblock präsentiert, sondern sie über einen neuen Konflikt in die Handlung einbaut. Dadurch bleibt die Geschichte in Bewegung und macht gleichzeitig neugierig auf Mogaris Vergangenheit.

Ein unterhaltsamer zweiter Band

Inhaltlich verbindet der Manga weiterhin Comedy, School Life, Slice of Life und übernatürliche Action. Für mich funktioniert gerade diese Mischung sehr gut: Man bekommt keine reine Geisterjägergeschichte, sondern eine verrückte Schulkomödie, in der jederzeit ein Geist oder ein gefährlicher Gegner um die Ecke kommen kann. Phantom Busters 2 macht genau das richtig, was eine gute Fortsetzung meiner Meinung nach machen sollte: Die Geschichte wird größer, ohne dabei ihre ursprüngliche Idee aus den Augen zu verlieren. Die Phantom Busters sind jetzt wirklich eine Gruppe und müssen sich nicht mehr nur zufällig über den Weg laufen.

Besonders gut gefällt mir der Kontrast zwischen dem normalen Schulalltag und den übernatürlichen Problemen. Mogari bekommt durch die neue Gefahr außerdem deutlich mehr Tiefe. Seine Herkunft wird interessanter und man merkt, dass hinter seinen Fähigkeiten noch eine größere Geschichte steckt. Auch die Gruppendynamik funktioniert weiterhin richtig gut. Eugene als eher rationaler Charakter und Mogari mit seiner völlig eigenen Art könnten kaum unterschiedlicher sein. Zusammen mit den anderen Mitgliedern entsteht daraus eine Truppe, bei der man nie genau weiß, ob die nächste Szene in einer erfolgreichen Geisterjagd oder im kompletten Chaos endet.

Insgesamt ist Phantom Busters 2 für mich eine gelungene Fortsetzung, die Humor, Schulalltag, Geister und Action erneut angenehm miteinander verbindet. Wer Band 1 mochte, bekommt hier mehr von genau dem verrückten Mix, der die Reihe ausmacht.

Vielen Dank an den Carlsen Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars. 

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