Night Light Hounds 2

Jimmy arbeitet weiterhin als Doppelagent für das Sonderermittlungsteam der Night Hounds. Nachdem er sich das Vertrauen der Vampirgang Lakeside Fellas erarbeitet hat, wird er von Underboss Dorothera mit einem gefährlichen Auftrag betraut: Er soll das geheimnisvolle Bestattungsinstitut Evermist ausspionieren, das als Blutlager einer rivalisierenden Fraktion dient. Während Jimmy versucht, seine Tarnung aufrechtzuerhalten, gerät er immer tiefer in die düstere Unterwelt von Silent Bay City.
Jimmy steckt immer tiefer drin
Mit dem zweiten Band von Night Light Hounds wird die Geschichte um Jimmy, Lili und die düstere Unterwelt von Silent Bay City konsequent weitergeführt. Während der erste Band noch stärker damit beschäftigt war, die Figuren und die Ausgangssituation zu etablieren, geht es diesmal deutlich tiefer in die Strukturen der Vampirwelt. Jimmy hat sich inzwischen einen Namen bei den Lakeside Fellas gemacht und muss feststellen, dass eine erfolgreiche Tarnung durchaus ihre Schattenseiten hat. Denn je glaubwürdiger er seine Rolle spielt, desto gefährlicher werden auch die Aufträge, die ihm übertragen werden.
Eine Tarnung mit Folgen
Besonders interessant ist dabei Jimmys Entwicklung. Er ist längst nicht mehr nur der Außenseiter, der irgendwie versucht, in einer gefährlichen Organisation nicht aufzufallen. Seine Tarnung funktioniert so gut, dass er tatsächlich als vollwertiges Mitglied aufgenommen wird. Das klingt zunächst nach einem Erfolg für seine Mission, bringt ihn aber gleichzeitig in eine ziemlich unangenehme Lage. Denn plötzlich erwarten die Lakeside Fellas von ihm, dass er Aufgaben übernimmt, bei denen Fehler nicht einfach mit einer schlechten Ausrede erklärt werden können. Dadurch entsteht eine schöne Spannung, weil man ständig das Gefühl bekommt, dass Jimmy einen Schritt zu weit gehen könnte. Gerade das Katz und Maus Spiel und das damit verbundene Spiel mit seinem eigenen Ableben ist hier sehr stark gestaltet.
Evermist sorgt für eine düstere Atmosphäre
Der Auftrag rund um das Bestattungsinstitut Evermist gehört für mich zu den stärksten Elementen dieses Bandes. Schon allein der Ort vermittelt eine unangenehme Stimmung. Ein Bestattungsinstitut, über das sich die Leute erzählen, dass niemand nach dem Betreten wieder herauskommt, ist natürlich genau die Art von Schauplatz, bei der man sofort wissen möchte, was sich dahinter verbirgt. Gleichzeitig passt Evermist hervorragend zur Atmosphäre des Mangas. Die Geschichte verbindet moderne Unterwelt, Vampire, Ermittlungsarbeit und übernatürliche Elemente miteinander, ohne dass einer dieser Bestandteile völlig fehl am Platz wirkt.
Spannende Ermittlungen statt einfacher Vampirjagd
Was mir ebenfalls gefällt, ist, dass Jimmy nicht einfach von einem Kampf zum nächsten geschickt wird. Seine Aufgabe besteht zunächst darin, Informationen zu sammeln und sich innerhalb einer gefährlichen Organisation zu bewegen. Dadurch bekommt die Handlung einen gewissen Krimi- und Undercover-Touch. Jimmy muss beobachten, einschätzen und sich überlegen, wem er überhaupt vertrauen kann. Das sorgt für eine andere Art von Spannung als reine Action. Man wartet nicht nur darauf, wann der nächste Kampf beginnt, sondern fragt sich ständig, wann jemand Jimmys Verhalten hinterfragt.
Die Lakeside Fellas werden interessanter
Auch die Lakeside Fellas bekommen im zweiten Band mehr Profil. Besonders Dorothera sorgt dafür, dass Jimmy nicht einfach bequem im Hintergrund verschwinden kann. Mit ihrer Entscheidung, ihn als vollwertiges Mitglied aufzunehmen, wird seine Situation gleichzeitig besser und schlechter. Er erhält zwar mehr Vertrauen, wird dadurch aber auch stärker in die Geschäfte der Gang hineingezogen. Genau dieses Wechselspiel macht die Gruppierung interessant. Es ist nicht einfach eine Ansammlung von Bösewichten, die Jimmy irgendwann besiegen muss, sondern eine Organisation mit eigenen Hierarchien, Interessen und Konflikten.
Jimmy zwischen zwei Welten
Der eigentliche Reiz der Geschichte liegt aber weiterhin in Jimmys Position zwischen den Fronten. Auf der einen Seite stehen die Night Hounds und seine Aufgabe, die Vampire aufzuspüren. Auf der anderen Seite gewinnt er innerhalb der Lakeside Fellas zunehmend an Bedeutung. Dadurch wird seine Situation mit jeder Seite komplizierter. Je länger er seine Rolle spielt, desto größer wird das Risiko, dass er emotional oder zumindest durch seine Handlungen zu stark in diese Welt hineingezogen wird. Genau hier kann der Manga seine Geschichte um Vertrauen und Verrat besonders gut ausspielen.
Silent Bay City bleibt ein interessanter Schauplatz
Silent Bay City funktioniert dabei weiterhin hervorragend als Schauplatz. Die Stadt besitzt diese typische Mischung aus düsterer Großstadt, krimineller Unterwelt und übernatürlichen Geheimnissen. Man bekommt das Gefühl, dass hinter jeder Ecke eine weitere Organisation, ein weiterer Vampir oder ein neues Geheimnis lauern könnte. Besonders die Verbindung zwischen der offiziellen Welt und der verborgenen Unterwelt macht den Schauplatz interessant. Die Night Hounds sind dabei nicht einfach klassische Helden, sondern bewegen sich selbst in einem Umfeld, in dem nicht immer alles eindeutig gut oder böse ist.
Action und Spannung ergänzen sich gut
Natürlich kommt auch die Action nicht zu kurz. Trotzdem gefällt mir, dass die Kämpfe nicht die komplette Handlung dominieren. Sie ergänzen vielmehr die Ermittlungen und die düstere Atmosphäre. Wenn Jimmy in Schwierigkeiten gerät, fühlt sich das dadurch gefährlicher an, weil vorher klar geworden ist, wie viel von seiner Mission tatsächlich auf dem Spiel steht. Gleichzeitig bleibt die Geschichte flott erzählt und verliert sich nicht unnötig in langen Erklärungen. Gerade diese Mischung aus Action, Undercover-Mission und Mystery macht den zweiten Band angenehm abwechslungsreich.
Ein zweiter Band, der die Geschichte voranbringt
Insgesamt macht Night Light Hounds 2 genau das, was ein guter zweiter Band machen sollte: Er baut auf den Grundlagen des ersten Bandes auf und erweitert die Welt spürbar. Jimmy bekommt eine anspruchsvollere Aufgabe, die Vampire und ihre Organisationen werden stärker in den Mittelpunkt gerückt und mit Evermist wird ein Schauplatz eingeführt, der sofort neugierig auf mehr macht. Besonders die Tatsache, dass Jimmys Tarnung gleichzeitig immer besser und gefährlicher wird, sorgt für einen schönen Spannungsaufbau. Wer den ersten Band mochte, bekommt hier eine deutlich tiefere und düsterere Fortsetzung, die Lust darauf macht zu erfahren, wie lange Jimmy dieses gefährliche Doppelspiel noch durchhalten kann.
Fazit
Night Light Hounds 2 setzt die Geschichte gelungen fort und macht dabei vor allem Jimmys Undercover-Mission zum Mittelpunkt. Seine Position bei den Lakeside Fellas wird immer wichtiger, wodurch seine Aufgabe für die Night Hounds gleichzeitig schwieriger wird. Was zunächst wie ein erfolgreicher Schritt innerhalb seiner Tarnung wirkt, entwickelt sich schnell zu einer potenziellen Falle. Besonders gut funktioniert die düstere Atmosphäre rund um Silent Bay City. Mit dem Bestattungsinstitut Evermist kommt ein Schauplatz hinzu, der sofort einen unheimlichen Eindruck hinterlässt und perfekt zum übernatürlichen Grundton der Reihe passt. Die Mischung aus Vampiren, Unterwelt, Ermittlungen und geheimnisvollen Schauplätzen verleiht dem Manga seinen eigenen Charakter. Auch Jimmy selbst entwickelt sich im zweiten Band weiter. Je mehr die Gang ihm vertraut, desto größer wird das Problem, wenn irgendwann herauskommt, auf welcher Seite er tatsächlich steht. Dazu kommt eine gute Mischung aus Spannung und Action.
Die Zeichnungen sind hier wieder auf einem absolut starken Level unterwegs und geben die Geschichte stark wieder. Unterm Strich ist Night Light Hounds 2 eine unterhaltsame und atmosphärische Fortsetzung, die die Welt der Reihe weiter ausbaut und Jimmys Situation deutlich verschärft.
Vielen Dank an Panini Manga für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars.
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