Hotel Inhuman 3

Im dritten Band von Hotel Inhumans dreht sich vieles um das Auftragskiller-Duo Danika und Chetana, deren gemeinsame Vergangenheit und ihre enge Verbindung. Als Chetana in Gefahr gerät, setzen Sara, Ikuro und Danika alles daran, sie zu retten.
Ein Hotel voller tödlicher Geschichten
Mit Hotel Inhumans 3 geht die ungewöhnliche Mischung aus Auftragskiller-Action, schwarzem Humor und emotionalem Drama in die nächste Runde. Wieder führt Ao Tajima in eine Welt, in der ein luxuriöses Hotel als sicherer Hafen für Menschen dient, die normalerweise alles andere als ein normales Leben führen. Sara und Ikuro kümmern sich um ihre Gäste, erfüllen Wünsche und versuchen dabei, selbst in den dunkelsten Situationen professionell zu bleiben. Genau diese Mischung macht die Reihe so interessant: Hinter fast jedem Auftrag steckt nämlich nicht einfach nur ein weiterer Killer, sondern ein Mensch mit einer Geschichte.
Danika und Chetana
Das Herzstück des dritten Bandes ist eindeutig die Geschichte von Danika und Chetana. Die beiden bilden ein außergewöhnliches Killer-Duo: Danika ist eine hervorragende Schützin, während Chetana als Beobachterin und Unterstützung fungiert. Ihre Verbindung geht allerdings weit über eine reine berufliche Partnerschaft hinaus. Beide haben sich bereits in jungen Jahren kennengelernt und im Laufe der Zeit eine Beziehung aufgebaut, die von Vertrauen, gegenseitiger Abhängigkeit und echter Zuneigung geprägt ist. Als Chetana gefangen genommen wird, setzt das eine Rettungsaktion in Gang, die für alle Beteiligten gefährlich wird.
Eine Rettungsaktion mit Herz
Natürlich bleibt es dabei nicht bei einer gewöhnlichen Befreiungsaktion. Sara und Ikuro geraten mitten in die Sache hinein und versuchen, Chetana zu retten. Gleichzeitig verfolgt Danika ihre eigenen Pläne und ist bereit, einiges auf sich zu nehmen, um ihrer Partnerin die nötige Zeit zu verschaffen. Gerade hier zeigt sich wieder eine der großen Stärken der Serie: Die Action ist zwar vorhanden, aber sie steht nicht allein im Mittelpunkt. Viel wichtiger ist die Frage, was Menschen bereit sind zu tun, wenn ihnen eine andere Person wirklich etwas bedeutet.
Die Vergangenheit holt die beiden ein
Besonders gelungen ist, wie die Vergangenheit von Danika und Chetana in die Handlung eingebaut wird. Ihre gemeinsame Geschichte erklärt, weshalb ihre Verbindung so stark geworden ist und warum die beiden trotz ihres brutalen Berufs nicht einfach als kalte Killerinnen funktionieren. Dadurch bekommen beide Charaktere deutlich mehr Tiefe. Aus zwei Figuren, die zunächst wie typische Auftragskiller wirken könnten, werden Menschen mit Hoffnungen, Ängsten und einem gemeinsamen Wunsch nach einem anderen Leben. Genau dadurch entwickelt der Band eine emotionale Wucht, die man bei einem Manga über Profikiller vielleicht gar nicht erwarten würde.
Der Blick in einen anderen Himmel
Der Another Sky Handlungsbogen ist deshalb auch der Teil, der am stärksten im Gedächtnis bleibt. Die Geschichte läuft auf den versprochenen Meteorschauer hinaus und verbindet dieses scheinbar kleine persönliche Versprechen mit der großen Gefahr, in der sich die beiden befinden. Der Kontrast funktioniert richtig gut: Auf der einen Seite stehen Gewalt, Verfolgung und Tod, auf der anderen Seite ein gemeinsamer Moment unter dem Sternenhimmel. Dadurch bekommt die Geschichte fast etwas Romantisches, ohne dass sie dabei kitschig wirkt.
Sara und Ikuro entwickeln sich weiter
Auch Sara und Ikuro bleiben nicht einfach auf dem Stand der vorherigen Bände stehen. Ihre Beziehung und ihre unterschiedliche Sicht auf den Beruf werden zunehmend interessanter. Während sie nach außen hin als professionelles Concierge-Team funktionieren, merkt man immer stärker, dass die Begegnungen mit den Gästen auch an ihnen selbst nicht spurlos vorbeigehen. Gerade Sara scheint durch die Ereignisse um Danika und Chetana beeinflusst zu werden.
Nicht jede Geschichte ist gleich emotional
Neben der großen Danika-und-Chetana-Geschichte nutzt der dritte Band weitere Episoden, um die Welt des Hotels auszubauen. Dadurch bekommt das Ganze einen angenehm abwechslungsreichen Aufbau. Mal steht die Action stärker im Vordergrund, mal geht es um menschliche Beziehungen oder moralische Entscheidungen. Besonders interessant ist dabei, dass der Manga nicht versucht, seine Killer grundsätzlich zu Helden zu machen. Sie bleiben Menschen, die töten – und trotzdem kann man ihre Schicksale verstehen. Diese moralische Grauzone gehört für mich zu den spannendsten Elementen der Reihe.
Die Zeichnungen passen perfekt zur Atmosphäre
Auch optisch kann Hotel Inhumans 3 wieder überzeugen. Ao Tajimas Zeichnungen wirken sauber und detailliert, ohne die Seiten mit unnötigen Details zu überladen. Besonders bei den Figuren fällt auf, wie viel Wert auf unterschiedliche Gesichtsausdrücke und Frisuren gelegt wird. Gleichzeitig werden Waffen, Kleidung und die verschiedenen Hotelbereiche ordentlich dargestellt. Die Actionszenen wirken dynamisch und nachvollziehbar, während die ruhigeren Momente deutlich mehr Raum für Emotionen bekommen. Auch die Hintergründe sind häufig detailliert gestaltet. Die deutsche Ausgabe bietet zudem Schwarz-Weiß-Zeichnungen und Farbseiten.
Ein dritter Band, der emotional nachlegt
Unterm Strich macht Hotel Inhumans 3 genau das, was die Reihe bisher ausgezeichnet hat: Der Manga nimmt seine ungewöhnliche Grundidee und verbindet sie mit menschlichen Geschichten. Besonders Danika und Chetana sorgen dafür, dass dieser Band emotional stärker einschlägt als ein gewöhnlicher Action-Manga. Gleichzeitig werden Sara und Ikuro weiterentwickelt und die Welt des Hotels wird Stück für Stück größer. Wer die ersten beiden Bände mochte, bekommt hier also keinen bloßen Lückenfüller, sondern einen Band, der die Charaktere und die Handlung spürbar weiterbringt.
Fazit
Hotel Inhumans 3 ist für mich ein richtig gelungener dritter Band, der erneut beweist, dass die Reihe wesentlich mehr zu bieten hat als schicke Auftragskiller und spektakuläre Schießereien. Vor allem die Geschichte von Danika und Chetana geht unter die Haut und macht deutlich, wie viel Menschlichkeit selbst in dieser brutalen Welt steckt. Besonders stark fand ich die Beziehung der beiden. Ihre gemeinsame Vergangenheit, ihre gegenseitige Unterstützung und die Situation, in der sie sich befinden, sorgen dafür, dass man schnell mit ihnen mitfiebert. Der versprochene Meteorschauer wird dabei zu einem schönen emotionalen Mittelpunkt der Geschichte. Auch Sara und Ikuro entwickeln sich interessant weiter. Sie bekommen mehr Tiefe und man merkt, dass die Erlebnisse ihrer Gäste zunehmend Einfluss auf sie haben. Genau diese Charakterentwicklung verhindert, dass sich Hotel Inhumans irgendwann wie eine Aneinanderreihung voneinander unabhängiger Killer-Geschichten anfühlt. Optisch bleibt Ao Tajima ebenfalls auf einem starken Niveau. Die detaillierten Figuren, dynamischen Actionszenen und atmosphärischen Hintergründe passen hervorragend zur Mischung aus Thriller, Drama und Mystery. Besonders schön sind die ruhigen Szenen, in denen die Zeichnungen den Figuren genügend Platz für ihre Emotionen lassen.
Wer die ersten beiden Bände mochte, sollte sich Hotel Inhumans 3 definitiv nicht entgehen lassen. Der Band verbindet Action, Spannung und emotionale Momente richtig gut und zeigt erneut, dass hinter dem ungewöhnlichen Hotelkonzept überraschend viel Herz steckt. Für mich ist das einer dieser Manga, bei denen man nach dem Lesen nicht nur an die Action denkt, sondern vor allem an die Menschen, die hinter den Aufträgen stehen.
Vielen Dank an den Carlsen Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars.
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