I Wanna Be Your Girl 1

Hime ist insgeheim in ihren besten Freund Akira verliebt – und zwar schon so lange sie sich erinnern kann. Die beiden sind unzertrennlich, darum ist Hime die Erste, die erfährt, dass Akira sich als Mädchen identifiziert. Das bleibt lange ein Geheimnis. Erst als sie auf die Highschool kommen, entscheidet Akira, ab sofort öffentlich ihr wahres Ich auszuleben. Hime freut sich für Akira, aber dieser Schritt zieht auch einige unangenehme Aufmerksamkeit auf sich. Mehr als einmal muss Hime ihre beste Freundin verteidigen. Irgendwann begreift sie, dass es nur einen Weg gibt, um Akira wirklich zu verstehen: Sie muss sich in ihre Lage versetzen. Also zieht Hime Jungenkleidung an… und damit fangen ihre Probleme erst richtig an.
Freundschaft, die unter die Haut geht
I Wanna Be Your Girl Band 1 startet mit einer sehr vertrauten und gleichzeitig emotionalen Ausgangslage: Hime und Akira sind beste Freunde, unzertrennlich und voller gemeinsamer Erinnerungen. Schon auf den ersten Seiten wird klar, wie tief Himes Gefühle für Akira wirklich sind auch wenn sie diese lieber für sich behält. Diese ruhige, gefühlvolle Einführung macht es leicht, sich sofort in die Geschichte fallen zu lassen und eine Verbindung zu den Figuren aufzubauen.
Eine Liebeserklärung, die im Stillen wächst
Himes heimliche Liebe ist kein dramatisches Klischee, sondern wirkt erstaunlich ehrlich und zurückhaltend. Ihre Gedanken, Zweifel und kleinen Hoffnungen sind nachvollziehbar und authentisch dargestellt. Gerade weil sie Akira so sehr respektiert, stellt sie ihre eigenen Gefühle hinten an. Das verleiht ihrer Figur Tiefe und macht sie unglaublich sympathisch.
Akiras mutiger Schritt
Der Moment, in dem Akira offen als Mädchen leben möchte, ist einer der emotionalen Höhepunkte des Bandes. Die Geschichte behandelt dieses Coming-out sensibel und ohne unnötiges Drama. Stattdessen liegt der Fokus auf Akiras Mut und dem Wunsch, endlich sie selbst zu sein. Besonders schön ist, dass Hime von Anfang an an Akiras Seite steht – auch wenn sie selbst noch viel zu lernen hat.
Highschool: Bühne für Akzeptanz und Ablehnung
Mit dem Schulwechsel ändert sich der Ton der Geschichte spürbar. Akiras Entscheidung zieht Aufmerksamkeit auf sich, nicht immer im positiven Sinne. Der Manga zeigt ehrlich, wie verletzend Blicke, Gerüchte und Ausgrenzung sein können, ohne dabei reißerisch zu wirken. Diese Szenen gehen nah, bleiben aber stets respektvoll.
Hime als Beschützerin
Hime entwickelt sich mehr und mehr zur starken Stütze für Akira. Sie verteidigt ihre beste Freundin, stellt sich gegen andere und riskiert dabei selbst ins Visier zu geraten. Dabei wirkt sie nie wie eine perfekte Heldin, sondern wie ein ganz normaler Mensch, der aus Liebe handelt. Genau das macht ihre Rolle so glaubwürdig.
Rollentausch mit Folgen
Als Hime beschließt, Jungenkleidung zu tragen, um Akira besser zu verstehen, nimmt die Geschichte eine spannende Wendung. Was als gut gemeinter Versuch beginnt, wird schnell zu einer Quelle neuer Konflikte. Der Rollentausch wirft interessante Fragen zu Identität, Wahrnehmung und gesellschaftlichen Erwartungen auf und verleiht der Handlung zusätzliche Tiefe.
Leise Töne statt lauter Dramen
Besonders angenehm ist der ruhige Erzählstil des Mangas. Große Gesten und übertriebene Dramatik bleiben aus, stattdessen setzt die Geschichte auf leise Emotionen und kleine, bedeutungsvolle Momente. Dadurch fühlen sich viele Szenen erstaunlich real an und wirken lange nach.
Zeichenstil und Atmosphäre
Der Zeichenstil unterstreicht die sensible Stimmung perfekt. Die Figuren sind ausdrucksstark, ohne überladen zu wirken, und kleine Gesten sagen oft mehr als lange Dialoge. Auch die Mimik transportiert viel Gefühl und macht es leicht, sich in die Charaktere hineinzuversetzen.
Ein starker Auftakt
Band 1 von I Wanna Be Your Girl legt ein solides und emotionales Fundament. Die Geschichte nimmt sich Zeit, ihre Figuren zu entwickeln, und behandelt ernste Themen mit Respekt und Wärme. Man spürt deutlich, dass dies erst der Anfang ist – und macht definitiv Lust auf mehr.
Fazit
I Wanna Be Your Girl Band 1 ist ein ruhiger, aber sehr eindringlicher Manga, der vor allem durch seine emotional ehrliche Erzählweise überzeugt. Die Geschichte fühlt sich nahbar an und bleibt lange im Kopf, weil sie Themen behandelt, die viele Menschen berühren.
Besonders die Beziehung zwischen Hime und Akira steht im Mittelpunkt und wird mit viel Feingefühl dargestellt. Freundschaft, Liebe und Identität greifen hier natürlich ineinander, ohne sich gegenseitig zu überlagern. Das wirkt reif und gut durchdacht. Der Manga schafft es, ernste Themen anzusprechen, ohne belehrend zu sein. Statt Antworten vorzugeben, lädt er dazu ein, mitzudenken und sich in die Figuren hineinzuversetzen. Genau das macht ihn so stark. Auch zeichnerisch und atmosphärisch passt alles zusammen. Die ruhigen Bilder, die klaren Emotionen und der zurückhaltende Stil unterstützen die Geschichte perfekt und sorgen für ein stimmiges Gesamtbild.
Insgesamt ist Band 1 ein gelungener Einstieg in eine sensible, berührende Reihe, die Mut, Verständnis und Selbstfindung in den Mittelpunkt stellt. Wer emotionale Geschichten mit Herz sucht, sollte diesem Manga definitiv eine Chance geben.
Vielen Dank an den Splitter Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars
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