The Boys Pocket Edition 5 Der Sohn des Bäckers

Hughie erfährt von jahrzehntelangen schmutzigen Machenschaften der Superhelden mit drastischen Folgen für die Boys, während die finale Konfrontation naht. Und wie wäre Billy Butchers Leben ohne den Verlust seiner großen Liebe verlaufen?

Ein Blick hinter die Kulissen der Superhelden-Verschwörung

Mit dem fünften Band von The Boys nimmt die düstere und respektlose Superhelden-Dekonstruktion von Garth Ennis und Darick Robertson weiter an Fahrt auf. In Der Sohn des Bäckers wird Hughie in die dunklen Geheimnisse eines halben Jahrhunderts an schmutzigen Operationen eingeweiht – Geheimnisse, die die Superhelden-Welt, wie wir sie kennen, in ihren Grundfesten erschüttern. Doch während Hughie sich mit diesen Enthüllungen auseinandersetzt, rückt die unvermeidliche Konfrontation mit den sogenannten Supies immer näher.

Hughies Erkenntnisse ein Wendepunkt?

Der naive, aber liebenswerte Hughie steht in diesem Band erneut im Zentrum der Handlung. Seine Reise durch die Abgründe der Superhelden-Verschwörung ist erschütternd und gleichzeitig fesselnd. Während die Leser mit ihm in die Vergangenheit eintauchen, enthüllt sich die ganze Skrupellosigkeit, mit der die Supies seit Jahrzehnten operieren. Hughies Perspektive macht es besonders eindrucksvoll: Sein moralisches Dilemma und seine wachsenden Zweifel verleihen der Geschichte eine emotionale Tiefe, die über bloße Gewalt hinausgeht.

Billy Butcher ein Monster mit einer tragischen Vergangenheit?

Ein weiteres zentrales Thema dieses Bandes ist die Frage: Was wäre aus Billy Butcher geworden, wenn er nicht seine große Liebe verloren hätte? Butcher ist die treibende Kraft hinter den Boys, doch dieser Band erlaubt erstmals einen tieferen Einblick in seine persönliche Tragödie. Seine Geschichte gibt ihm eine tragische Dimension, die über die brutale Fassade hinausgeht. Butchers Charakter bleibt ambivalent – ist er ein Held oder einfach nur ein weiteres Produkt der Gewalt, die er bekämpft?

Die Spannung steigt – das Finale rückt näher

Die Serie steuert unaufhaltsam auf ihren großen Showdown zu, und das spürt man in jeder Seite dieses Bandes. Die Enthüllungen über die Vergangenheit setzen die Weichen für die unvermeidliche Eskalation zwischen den Boys und den Superhelden. Gleichzeitig gelingt es Ennis meisterhaft, humorvolle, schockierende und zutiefst nachdenkliche Momente in einem perfekten Gleichgewicht zu halten. Die Geschichte bleibt trotz all ihrer Brutalität tiefgründig und emotional packend.

Garth Ennis’ gewohnt respektlose Gesellschaftskritik

Wie gewohnt nimmt Garth Ennis kein Blatt vor den Mund. Die Superhelden sind nicht nur korrupte Figuren, sondern symptomatisch für eine Gesellschaft, die blind gegenüber Machtmissbrauch ist. Ennis nutzt seine gewohnt sarkastische Erzählweise, um große Themen wie Korruption, Manipulation und Moral zu hinterfragen. Dabei bleibt The Boys nicht einfach nur eine Anti-Superhelden-Story, sondern eine beißende Satire auf das moderne Heldentum.

Zeichnungen von Darick Robertson – Dreckig, brutal und perfekt zur Story passend

Darick Robertsons Stil bleibt ein perfekter Match für die Geschichte. Seine Zeichnungen sind dreckig, detailliert und fangen die rohe Gewalt und den zynischen Humor von The Boys perfekt ein. Besonders in den Rückblenden zu Butchers Vergangenheit gelingt es Robertson, emotionale Tiefe durch ausdrucksstarke Gesichter und intensive Panel Kompositionen zu transportieren. Die Bilder verstärken die emotionale Wucht der Geschichte und sorgen für einen konsequent düsteren Ton.

Blut, Gewalt und Emotionen, die perfekte Mischung?

The Boys ist bekannt für seine exzessive Gewaltdarstellung, und Der Sohn des Bäckers macht da keine Ausnahme. Doch trotz aller Brutalität ist dieser Band weit mehr als eine reine Gewaltorgie. Die Mischung aus Action, Drama und tiefgründiger Charakterentwicklung macht ihn zu einem der bislang stärksten Teile der Serie. Der Band ist ein Wendepunkt, der zeigt, dass die Serie auf etwas viel Größeres hinausläuft als nur auf einen simplen Kampf gegen korrupte Superhelden.

Fazit, ein Höhepunkt der Serie

Mit Der Sohn des Bäckers erreicht The Boys eine neue erzählerische Tiefe, die weit über das hinausgeht, was man in den ersten Bänden gesehen hat. Die Enthüllungen über die Vergangenheit der Superhelden und Billy Butchers persönliche Tragödie verleihen der Geschichte eine emotionale Dimension, die lange nachhallt. Besonders beeindruckend ist, wie Ennis es schafft, uns zwischen Ekel, Wut und Mitgefühl schwanken zu lassen. Die Charaktere, insbesondere Hughie und Butcher, gewinnen immer mehr an Komplexität, während sich die große Konfrontation zwischen den Boys und den Superhelden unausweichlich zuspitzt.

Wer bis hierhin an The Boys dran geblieben ist, wird mit diesem Band definitiv belohnt. Er verbindet die besten Elemente der Serie bissige Gesellschaftskritik, brutale Action und tiefgründige Charakterentwicklung, zu einem herausragenden Gesamtpaket.

Der Sohn des Bäckers ist bis dato einer der stärksten Teile der Reihe und ein klares Highlight für Fans harter, kompromissloser Comic-Erzählungen. Ein Bonbon war für mich definitiv die Geschichte von Butcher und Becky. 

Vielen Dank an Panini Comics für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars. 

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