Batman Ein Todesfall in der Familie Robin lebt!

Ende der 1980er wählte die DC-Leserschaft per Abstimung Jason Todds Tod. Dieser Band stellt die Frage: Was, wenn er in Batman: Ein Todesfall in der Familie überlebt hätte? Fast 30 Jahre später entfaltet sich eine neue Saga um einen zerrissenen, rachsüchtigen Helden und erneut um den Joker …

Ein Klassiker neu gedacht

Die Geschichte von Batman: Ein Todesfall in der Familie gehört zu den prägendsten Momenten der Batman-Mythologie. 1988 entschied die Leserschaft per Telefonabstimmung, dass Jason Todd, der zweite Robin, sterben sollte eine Entscheidung, die Batmans Welt für immer veränderte. Doch was wäre, wenn Jason überlebt hätte? Robin lebt! nimmt sich genau dieser Frage an und spinnt eine alternative Version der Geschichte, die tief in das Trauma, die Wut und den Wahnsinn eintaucht, die Jasons Überleben mit sich bringen würde.

Ein düsterer Blick in eine alternative Realität

Die Prämisse ist faszinierend: Jason Todd überlebt seine Begegnung mit dem Joker, doch der Preis für dieses Überleben ist hoch. Der junge Held ist schwer gezeichnet nicht nur körperlich, sondern auch seelisch. Statt in den Tod gerissen zu werden, findet er sich in einer Identitätskrise wieder, die ihn an den Rand des Wahnsinns treibt. Diese alternative Realität gibt uns eine erschütternde Vorstellung davon, was aus Jason geworden wäre, wenn das Schicksal anders entschieden hätte.

Jason Todd Held oder tickende Zeitbombe?

Schon vor seinem vermeintlichen Tod war Jason Todd ein impulsiver und wütender Robin, der oft mit Batmans Prinzipien haderte. Doch in dieser Version wird deutlich, dass sein Überleben ihn nur noch weiter von Batmans Idealen entfernt. Seine Rachegelüste sind kaum noch zu kontrollieren, und sein moralischer Kompass beginnt zu zerfallen. Dieser innere Konflikt macht ihn zu einer der spannendsten Figuren der Batman-Welt: Ein Held, der zum Antihelden wird, gezeichnet von Schmerz und Zorn. 

Batman und seine Schuldgefühle

Natürlich bleibt auch Batman nicht unberührt. Die Dynamik zwischen ihm und Jason ist hier noch intensiver als in der ursprünglichen Geschichte. Statt einen verstorbenen Partner zu betrauern, muss er sich nun mit einem gebrochenen und gefährlich veränderten jungen Mann auseinandersetzen. Seine Schuldgefühle und seine Unfähigkeit, Jason wieder auf den richtigen Pfad zu führen, treiben die Erzählung voran und zeigen Batman von einer menschlichen, verletzlichen Seite.

Der Joker, ein Spiel mit Wahnsinn und Manipulation

Wo Jason ist, darf der Joker nicht fehlen. Sein Einfluss auf den jungen Robin ist tiefgreifend, und Robin lebt! stellt die Frage, ob Jasons Überleben am Ende nicht eine noch größere Tragödie ist als sein Tod. Der Joker spielt mit seinen Ängsten, seinen Zweifeln und seinem Hass auf Batman. Die Konfrontationen zwischen den beiden gehören zu den Highlights des Bandes und zeigen einmal mehr, warum der Joker Batmans gefährlichster Feind ist.

Zeichnungen, die die Dunkelheit einfangen

Rick Leonardis Zeichenstil passt hervorragend zur düsteren Atmosphäre der Geschichte. Seine kantigen, ausdrucksstarken Panels bringen Jasons innere Zerrissenheit perfekt zur Geltung. Besonders die Szenen mit dem Joker sind intensiv und beunruhigend genau so, wie es sein sollte. Auch die Farbgebung unterstreicht den bedrückenden Ton der Geschichte, ohne dabei zu überladen zu wirken.

Eine düstere, aber faszinierende Reise

Robin lebt! ist keine klassische Superheldengeschichte. Es ist eine Studie über Trauma, Wut und den schmalen Grat zwischen Heldentum und Wahnsinn. Wer eine actiongeladene Batman-Story erwartet, wird vielleicht überrascht sein, denn der Fokus liegt hier klar auf den Konflikten der Figuren. Doch gerade das macht die Geschichte so stark und einzigartig.

Fazit, ein alternativer Albtraum

Diese alternative Version von Ein Todesfall in der Familie ist eine düstere, fesselnde Geschichte, die zeigt, wie viel Einfluss eine einzige Entscheidung auf das gesamte Batman-Universum haben kann. Jasons Überleben ist kein Triumph, sondern eine Tragödie, nur eben eine andere als sein Tod.

Die Charakterentwicklung von Jason Todd ist der größte Pluspunkt des Comics. Seine innere Zerrissenheit, sein Kampf mit seinen Dämonen und seine zunehmende Distanz zu Batman machen ihn zu einer der komplexesten Figuren der Geschichte.

Batman selbst wird hier nicht nur als unfehlbarer Held, sondern als gescheiterte Vaterfigur dargestellt, die mit ihrer eigenen Schuld kämpft. Seine Unfähigkeit, Jason zu retten, sei es physisch oder seelisch gibt der Geschichte eine besonders tragische Note.

Die Zeichnungen und die Atmosphäre verstärken die Wucht der Erzählung und machen Robin lebt! zu einem guten Leseerlebnis. Es ist ein Comic, der nachdenklich macht, der die Grenzen zwischen Gut und Böse verschwimmen lässt und der zeigt, dass manche Schicksale, egal wie sie sich wenden, unweigerlich in der Dunkelheit enden. Für Fans von düsteren Batman-Geschichten ist dieser Band eine Empfehlung.

Vielen Dank an Panini Comics für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars. 

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