Star Wars Klonkriege Klonkriege Deluxe 1 Die Republik zieht in den Krieg

Nach der Schlacht von Geonosis ist der Krieg zwischen der Galaktischen Republik und den Separatisten endgültig ausgebrochen. Die Jedi müssen ihre Rolle als Friedenshüter hinter sich lassen und als Generäle Klonarmeen in immer neue Schlachten führen.

Der Krieg beginnt richtig

Die Republik zieht in den Krieg ist ein richtig schönes Beispiel dafür, wie umfangreich die Klonkriege im alten Star-Wars-Legends-Universum erzählt wurden. Statt sich ausschließlich auf Obi-Wan und Anakin zu konzentrieren, nimmt sich der Band sehr viel Zeit für unterschiedliche Jedi und ihre persönlichen Einsätze. Dadurch entsteht das Gefühl, tatsächlich mitten in einem galaxisweiten Krieg zu sein.

Obi-Wan und Anakin als Generäle

Natürlich dürfen Obi-Wan und Anakin nicht fehlen. Besonders interessant ist dabei, dass beide hier nicht einfach nur als Jedi auftreten, die nebenbei ein paar Schlachten schlagen. Sie sind Generäle einer riesigen Klonarmee und müssen Entscheidungen treffen, bei denen es um das Leben unzähliger Soldaten geht. Gerade bei Anakin merkt man, dass er noch längst nicht der souveräne Jedi-Ritter ist, den man später kennenlernt. Seine Ungeduld und seine emotionale Art sorgen immer wieder für interessante Situationen.

Kamino wird zum Brennpunkt

Einer der wichtigsten Handlungsstränge dreht sich um Kamino und die dortigen Klonanlagen. Für die Republik ist der Planet von enormer Bedeutung, schließlich hängt ihre militärische Schlagkraft maßgeblich von der Produktion der Klontruppen ab. Die Separatisten wissen genau, wie wichtig dieses Ziel ist, und entsprechend heftig fällt der Angriff aus. Dadurch bekommt die Geschichte eine schöne Mischung aus Weltraumkampf, Bodenschlacht und Jedi-Action. 

Viele Jedi statt nur der üblichen Verdächtigen

Eine der größten Stärken des Bandes ist für mich aber die große Zahl an Jedi. Mace Windu, Shaak Ti, Aayla Secura und Quinlan Vos bekommen deutlich mehr Raum, als man es aus den Filmen gewohnt ist. Jeder von ihnen geht etwas anders mit dem Krieg um. Dadurch wirken die Jedi nicht wie eine einheitliche Armee, sondern wie sehr unterschiedliche Persönlichkeiten, die plötzlich mit einer Situation klarkommen müssen, auf die ihr Orden eigentlich nie vorbereitet war.

Quinlan Vos und das Spiel mit der dunklen Seite

Besonders spannend wird es bei Quinlan Vos. Er erhält den Auftrag, sich in die Reihen der Separatisten einzuschleichen und kommt dadurch Count Dooku gefährlich nahe. Das Problem: Dooku ist selbst ein ehemaliger Jedi und kennt die Denkweise des Ordens hervorragend. Entsprechend entwickelt sich zwischen den beiden ein psychologisches Katz-und-Maus-Spiel. Vos muss ständig aufpassen, wie weit er bei seiner Tarnung gehen kann, ohne tatsächlich den Weg zur dunklen Seite einzuschlagen. 

Count Dooku ist mehr als nur der Bösewicht

Auch Count Dooku profitiert enorm von diesem Aufbau. Der Comic zeigt ihn nicht einfach als den Mann, der irgendwo im Hintergrund sitzt und Befehle gibt. Er ist ein Stratege, Manipulator und ehemaliger Jedi, der genau weiß, wie seine Gegner denken. Dadurch bekommt er eine Präsenz, die in den Filmen teilweise etwas kurz kommt. Besonders im Zusammenhang mit Quinlan Vos wird deutlich, wie gut Dooku darin ist, die Unsicherheiten anderer Personen gegen sie einzusetzen.

Die Nebenfiguren bekommen ihren Moment

Die Einzelgeschichten zu Mace Windu, Shaak Ti, Aayla Secura und Count Dooku sind ebenfalls eine gute Ergänzung. Sie sorgen dafür, dass der Band nicht wie eine einzige lange Schlacht wirkt. Stattdessen bekommt man kleine Einblicke in unterschiedliche Bereiche des Krieges und lernt dabei auch Jedi kennen, die in den Filmen eher am Rand stehen. Gerade für Fans der späteren Animationsserien ist das interessant, weil viele dieser Figuren dort ebenfalls eine wichtige Rolle spielen. 

Viel Action, aber nicht ohne Konsequenzen

Natürlich ist Star Wars hier auch ganz klar Action. Es gibt Lichtschwertduelle, Raumschlachten, Klontruppen, Droidenarmeen und jede Menge Explosionen. Trotzdem funktioniert der Band gerade deshalb so gut, weil der Krieg nicht nur als spektakuläre Kulisse dargestellt wird. Die Jedi müssen Entscheidungen treffen, Klonsoldaten sterben, Missionen laufen nicht immer nach Plan und manche Figuren bewegen sich moralisch auf ziemlich dünnem Eis. Das verleiht den zahlreichen Schlachten deutlich mehr Gewicht.

Optisch ein richtiges Klonkriege-Erlebnis

Bei einem so umfangreichen Sammelband ist natürlich auch die zeichnerische Umsetzung wichtig. Die verschiedenen Künstler bringen jeweils ihren eigenen Stil mit, wodurch die Optik nicht immer vollkommen einheitlich ist. Dafür bekommt man eine große Bandbreite an Darstellungen der Star-Wars-Welt. Besonders die größeren Schlachten profitieren vom großzügigen Format der Deluxe-Ausgabe. Was mir an Die Republik zieht in den Krieg besonders gefällt, ist die Tatsache, dass der Band die Klonkriege tatsächlich wie einen großen Krieg behandelt. Es geht nicht nur um zwei oder drei bekannte Helden, sondern um zahlreiche Jedi, Klone, Politiker und Soldaten, die an unterschiedlichen Orten um die Zukunft der Republik kämpfen. Gerade die unterschiedlichen Jedi machen die Sammlung abwechslungsreich. Während Obi-Wan und Anakin für die großen bekannten Momente sorgen, sind Figuren wie Quinlan Vos, Aayla Secura oder Shaak Ti diejenigen, die dem Band seinen besonderen Legends-Charme geben. Quinlan Vos ist dabei für mich einer der interessantesten Charaktere. Seine Mission bei Dooku bringt eine ganz andere Atmosphäre in die Geschichte.

Auch die Tatsache, dass die Sammlung aus mehreren Geschichten besteht, funktioniert überraschend gut. Man bekommt zwar keinen vollkommen geradlinigen Handlungsverlauf, dafür aber einen viel größeren Überblick über die frühen Klonkriege. Wer die Legends-Comics aus der Dark-Horse-Zeit kennt, dürfte hier einiges wiedererkennen; für Neueinsteiger ist die Sammlung gleichzeitig eine gute Möglichkeit, in diese ältere Interpretation der Klonkriege einzutauchen. Insgesamt ist Star Wars Klonkriege Deluxe 1 Die Republik zieht in den Krieg für mich ein sehr umfangreicher und abwechslungsreicher Auftakt der neuen Deluxe-Reihe.

Vielen Dank an Panini Comics für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars. 

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