Deadpool/Wolverine 3

Apocalypse übernimmt Stryfes Körper und plant, die Erde in ein mutantenreines Paradies ohne Menschen zu verwandeln. Gleichzeitig bringt ein Virus Wolverine, Deadpool und Maverick außer Kontrolle. Während sie versuchen, die Katastrophe zu verhindern, taucht ein neuer Mutant auf, dessen Loyalität unklar ist.
Ein explosives Finale voller Chaos und Witz
Deadpool/Wolverine 3 liefert genau das, was man sich von einem großen Finale erhofft: maximale Eskalation, schnelle Sprüche und eine Handlung, die sich bewusst nicht zurückhält. Schon die Ausgangssituation klingt wie pures Comic-Gold – Apocalypse übernimmt den Körper von Stryfe, während ein Virus gleich mehrere Hauptfiguren aus der Bahn wirft. Das sorgt von Anfang an für ein Gefühl der Unsicherheit, das sich durch die gesamte Geschichte zieht.
Die Story: Düster, aber nie zu ernst
Inhaltlich bewegt sich der Band auf einem schmalen Grat zwischen düsterer Zukunftsvision und typisch überdrehter Deadpool-Action. Apocalypse’ Plan, eine mutantenreine Welt zu erschaffen, ist klassisch und bedrohlich, wird aber durch die chaotische Dynamik der Figuren immer wieder aufgelockert. Gerade diese Mischung macht den Reiz aus: Die Stakes sind hoch, aber der Ton bleibt angenehm locker.
Deadpool und Wolverine: Ein eingespieltes Chaos-Duo
Das Herzstück des Comics bleibt die Beziehung zwischen Deadpool und Wolverine. Ihre Chemie funktioniert wie gewohnt hervorragend. Während Logan den grimmigen, kontrollierten Part übernimmt, sorgt Wade für anarchischen Humor und bricht regelmäßig die vierte Wand. Auch wenn beide vom Virus beeinflusst sind, verstärkt das eher ihre Eigenheiten, als sie zu verwässern.
Maverick als unterschätzter Faktor
Besonders interessant ist die Rolle von Maverick, der oft im Schatten der beiden Hauptfiguren steht. Hier bekommt er jedoch mehr Raum und wirkt wie ein stabilisierendes Element im Team – zumindest so stabil, wie es in diesem Wahnsinn möglich ist. Seine deutsche Söldner-Vergangenheit bringt zusätzliche Kanten in die Dynamik.
Der Antagonist: Apocalypse in Bestform
Apocalypse ist hier kein eindimensionaler Bösewicht, sondern eine echte Bedrohung mit klarer Vision. Die Idee, ihn Stryfes Körper übernehmen zu lassen, verleiht ihm eine zusätzliche Ebene und macht ihn unberechenbarer. Sein Plan wirkt erschreckend konsequent, und genau das hebt ihn von vielen anderen Schurken ab.
Der neue Mutant: Frischer Wind mit Fragezeichen
Ein spannendes Element ist der neue Mutant, dessen Loyalität lange unklar bleibt. Diese Figur bringt frischen Wind in die Handlung und sorgt für zusätzliche Spannung. Gerade im Finale entfaltet sich sein Einfluss stärker, auch wenn man sich stellenweise etwas mehr Hintergrund gewünscht hätte.
Artwork: Dynamisch und kraftvoll
Visuell überzeugt der Comic auf ganzer Linie. Die Zeichnungen sind energiegeladen, detailreich und transportieren die Action hervorragend. Besonders die Kampfszenen sind klar strukturiert und verlieren trotz ihrer Intensität nie die Übersicht. Die Farbgebung unterstützt die düstere Atmosphäre, ohne dabei die Lesbarkeit zu beeinträchtigen.
Tempo und Erzählweise
Der Comic legt ein hohes Tempo vor und hält dieses bis zum Schluss durch. Das sorgt für Spannung, kann aber auch dazu führen, dass einzelne Momente nicht die Tiefe bekommen, die sie verdienen. Dennoch passt dieses Tempo gut zum Stil der Reihe, die sich nie zu lange mit einzelnen Szenen aufhält.
Ein Finale, das seinem Namen gerecht wird
Als Abschluss der Reihe funktioniert Deadpool/Wolverine 3 sehr gut. Es bringt die wichtigsten Handlungsstränge zusammen und liefert ein großes, lautes Finale. Nicht jede Frage wird bis ins Detail beantwortet, aber das gehört fast schon zum Stil dieser Reihe.
Ein wilder, unterhaltsamer Abschluss
Deadpool/Wolverine 3 ist ein Finale, das sich seiner Stärken bewusst ist und diese konsequent ausspielt. Die Mischung aus Humor, Action und einer ernsthaften Bedrohung funktioniert über weite Strecken gut. Fans der Figuren bekommen genau das, was sie erwarten – und vielleicht sogar ein bisschen mehr. Die Dynamik zwischen Deadpool und Wolverine bleibt das klare Highlight. Ihre Interaktionen tragen den Comic und sorgen dafür, dass selbst in den düstersten Momenten ein Augenzwinkern mitschwingt. Gleichzeitig wird die Bedrohung durch Apocalypse nie ins Lächerliche gezogen, was dem Ganzen Gewicht verleiht.
Kleinere Schwächen zeigen sich vor allem im hohen Tempo der Erzählung. Einige Figuren hätten von mehr Raum profitieren können.
Optisch gibt es hingegen kaum etwas zu kritisieren. Die Zeichnungen sind kraftvoll, dynamisch und passen perfekt zur überdrehten Natur der Geschichte. Sie tragen maßgeblich dazu bei, dass sich das Finale so intensiv und mitreißend anfühlt. Unterm Strich ist Deadpool/Wolverine 3 ein lauter, chaotischer und unterhaltsamer Abschluss, der beim lesen definitiv zufriedenstellt. Wer die Mischung aus Humor, brutaler Action und großen Comic-Ideen mag, wird hier definitiv auf seine Kosten kommen.
Vielen Dank an Panini Comics für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars.
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