Cursed Princess Club 1


Gwendolyn, eine Prinzessin des Pastellkönigreichs, entspricht trotz ihres großen Herzens und Backtalents nicht dem gängigen Schönheitsideal. Als sie erfährt, dass ihr zukünftiger Bräutigam sie als hässlich bezeichnet, flieht sie in den Wald und trifft dort auf den Cursed Princess Club – eine Gruppe ausgegrenzter Prinzessinnen, die ihr zeigt, dass Anderssein etwas Positives sein kann.

Märchenstart mit bitter-süßem Beigeschmack

Cursed Princess Club 1 beginnt wie ein klassisches Märchen nur mit einem leichten Knacks in der Porzellankrone. Wir lernen das Pastellkönigreich kennen, eine Welt voller Zuckerguss, Etikette und perfekter Prinzessinnen. Doch schon nach wenigen Seiten wird klar: Nicht jede Märchenfigur passt problemlos in dieses rosafarbene Idealbild, und genau hier setzt der Manga seinen Charme an.

Im Mittelpunkt steht Gwendolyn, eine Prinzessin, die zwar ein riesiges Herz hat und hervorragend backen kann, aber optisch so gar nicht dem gängigen Schönheitsideal entspricht. Grüne Haut, tiefe Augenringe und eine gewisse Tollpatschigkeit machen sie zur Außenseiterin – sogar in der eigenen Familie. Dieser Kontrast zwischen märchenhafter Umgebung und persönlicher Unsicherheit funktioniert erstaunlich gut und sorgt direkt für Nähe zur Hauptfigur.

Eine Heldin zum Mitfühlen

Gwendolyn ist keine klassische Märchenheldin, sondern eine Figur, die man sofort ins Herz schließt. Ihre Unsicherheiten wirken real, ihre Reaktionen nachvollziehbar. Besonders schmerzhaft ist der Moment, in dem sie erfährt, dass ihr zukünftiger Bräutigam sie als „potthässlich“ bezeichnet – eine Szene, die trotz des humorvollen Tons ordentlich trifft.

Ihre Flucht in den Wald ist weniger ein dramatischer Wendepunkt als vielmehr ein emotionaler Befreiungsschlag. Hier verlässt der Manga endgültig die ausgetretenen Pfade klassischer Prinzessinnengeschichten und schlägt eine Richtung ein, die sich deutlich moderner und persönlicher anfühlt.

Der Cursed Princess Club

Mit dem Cursed Princess Club betritt eine wunderbar schräge Gemeinschaft die Bühne. Diese Prinzessinnen entsprechen aus den unterschiedlichsten Gründen nicht dem Idealbild – manche sind verflucht, andere einfach „zu anders“. Statt Mitleid oder Konkurrenz herrschen hier Akzeptanz, Humor und ein überraschend warmes Gemeinschaftsgefühl.

Gerade diese Gruppendynamik ist eine der größten Stärken des Mangas. Jede Prinzessin bringt ihre eigene Geschichte und Eigenart mit, ohne dass der Fokus von Gwendolyn verloren geht. Der Club wird schnell zu einem Safe Space, der zeigt, wie heilsam es sein kann, nicht allein mit seinen Unsicherheiten zu sein.

Humor mit Herz

Cursed Princess Club 1 balanciert gekonnt zwischen Humor und ernsten Themen. Die Geschichte ist oft witzig, manchmal herrlich absurd, aber niemals respektlos gegenüber den Gefühlen der Figuren. Lacher entstehen nicht auf Kosten der Charaktere, sondern aus ihren Eigenheiten und Situationen.

Gleichzeitig schwingt stets eine klare Botschaft mit: Schönheit ist relativ, Normen sind fragwürdig und Selbstwert sollte nicht von äußeren Erwartungen abhängen. Diese Themen werden nicht belehrend präsentiert, sondern organisch in Dialoge und Szenen eingebettet.

Ein moderner Märchenmix

Als erster Band legt Cursed Princess Club ein starkes Fundament für die Reihe. Die Welt ist liebevoll gestaltet, die Figuren sind sofort greifbar und die Mischung aus Märchenästhetik und moderner Selbstfindung fühlt sich frisch an. Man bleibt neugierig zurück und möchte wissen, wie Gwendolyns Reise weitergeht.

Fazit

Cursed Princess Club 1 ist weit mehr als eine niedliche Prinzessinnengeschichte. Der Manga nutzt bekannte Märchenmotive, um sie bewusst zu hinterfragen und neu zu interpretieren. Das Ergebnis ist eine Geschichte, die zugleich charmant, witzig und überraschend tiefgründig ist.

Besonders stark ist die emotionale Ehrlichkeit der Erzählung. Gwendolyns Selbstzweifel, ihre Scham und ihr langsames Aufblühen wirken authentisch und sprechen Leserinnen und Leser jeden Alters an. Man erkennt sich in ihren Unsicherheiten schneller wieder, als man vielleicht erwartet hätte. Der Cursed Princess Club selbst ist dabei das Herzstück des Mangas. Er steht sinnbildlich für Akzeptanz, Freundschaft und die Erkenntnis, dass Anderssein kein Makel ist, sondern eine Stärke sein kann. Diese Botschaft wird mit viel Wärme vermittelt. Auch tonal überzeugt der erste Band: Humor und Ernsthaftigkeit halten sich die Waage, ohne sich gegenseitig auszubremsen. Die Geschichte fühlt sich leicht an, bleibt aber im Gedächtnis, weil sie relevante Themen anspricht. Unterm Strich ist Cursed Princess Club 1 ein herzerwärmender, kluger und angenehm unperfekter Manga, der Mut macht, sich selbst anzunehmen. Ein perfekter Einstieg für alle, die Märchen lieben und sie gleichzeitig neu denken wollen.

Vielen Dank an den Splitter Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars. 

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